Türkei weist zwei belgische IS-Frauen aus: Schwestern Benmezian sofort verhaftet

Den Schwestern Fatima und Rachma Benmezian war vor zwei Wochen die Flucht aus einem kurdischen Gefangenenlager in die Türkei gelungen. Am Freitag hatten die türkischen Behörden die beiden IS-Frauen nach Belgien ausgewiesen. In Abwesenheit hatte das belgische Gericht die Benmezians wegen terroristischer Aktivitäten zu fünf Jahren Haft verurteilt. 

Die 24-jährige Fatima Benmezian befindet sich seit Freitag in der Haftanstalt von Antwerpen (Foto oben). Ihre 31-jährige Schwester wurde in Brügge eingeliefert, wo sie auf der Krankenstation versorgt wird. Ihre Anwälte, Abderrahim Lahlali und Mohamed Ozdemir teilten mit, ihre Klientin sei durch Granatsplitter verwundet worden und zurzeit nicht vernehmungsfähig.

Ihre Schwester dagegen wird am Samstagvormittag von der föderalen Gerichtspolizei vernommen. Ihr Anwalt Lahlali vermutet, dass die Beamten sie zu den Umständen ihrer Flucht aus Syrien befragen wollen, um die Sicherheitsbedrohung durch zurückkehrende Syrienkämpfer besser einschätzen zu können. Es sei auch nicht ausgeschlossen, dass Fatima Benmezian mit neuen Tatbeständen konfrontiert würde.

Verurteilt wegen Terrorismus

Im Juni 2019 war Rachma Benmezian wegen Terrorismus zu fünf Jahren Haft verurteilt worden. Sie ist die Witwe eines IS-Kämpfers. Ihre jüngere Schwester und deren Mann waren 2015 wegen ihrer Mitgliedschaft in der radikalen islamistischen Terrororganisation „Sharia for Belgium“ verurteilt worden. In Belgien können die Benmezians noch gegen ihre Verurteilung in Abwesenheit in Berufung gehen. Dann müsste der Prozess wieder neu aufgerollt werden.

Normale oder verschärfte Haftbedingungen?

Am Samstag wird die Gefängnisleitung in Antwerpen und Brügge auch entscheiden, welche Haftbedingungen für die zurückgekehrten IS-Frauen gelten werden. Beispielsweise, ob sie mit anderen Häftlingen in Kontakt sein dürfen oder nicht.