Aalster Bürgermeister will Karneval von Aalst aus Unesco-Liste streichen lassen

Der Bürgermeister von Aalst, Christophe D' Haese von  den flämischen Nationalisten N-VA, will, dass der Karneval von Aalst aus der Liste des Unesco-Weltkulturerbes gestrichen wird. Damit will er wohl einer anstehenden Entscheidung der Unesco zuvorkommen.

Während des letztjährigen Karnevals hagelte es Kritik an einem Umzugswagen mit jüdischen Karikaturen. Die Puppen zeigten Juden mit Ringeln, einer Hakennase und einem Geldsack. Mehrere jüdische Organisationen reichten daraufhin eine Beschwerde ein. Die Kritik war so zahlreich und scharf, dass die Unesco damit drohte, die Tradition von ihrer Liste des immateriellen Erbes zu streichen.

In zwei Wochen wird die Unesco entscheiden müssen, ob der Karneval von Aalst weiterhin als Weltkulturerbe anerkannt werden kann oder nicht. Doch der Bürgermeister von Aalst, d'Haese, will nicht darauf warten.

„Die Unesco ist eine sehr angesehene Institution, aber was den Karneval betrifft, vertreten sie weltfremde Ansichten. Aalst und die Aalster haben genug von Irrtümern und manchmal auch grotesken Anschuldigungen, deshalb nehmen wir die Initiative und distanzieren uns von der Unesco-Anerkennung“, sagte der Bürgermeister an diesem Montagmorgen im VRT-Radio.

Der Vorsitzende der Europäischen Jüdischen Vereinigung bedauert, dass Aalst die Gelegenheit nicht dazu genutzt habe, die Dinge gerade zu rücken.

Nie zuvor wurde etwas von der Unesco-Liste des Kulturerbes gestrichen, und es ist auch nicht klar, wie dies geschehen soll.

Christoph D'Haese Laurie Dieffembacq