Belgiens Flugsicherung Skeyes muss auch Mitarbeiter über 25 einstellen

Die belgische Flugsicherung Skeyes muss eventuell hohe Zwangsgelder entrichten, wenn sie weiter daran festhält, nur Mitarbeiter einzustellen, die jünger als 25 Jahre alt sind. Sieben ausgebildete Flutlotsen waren gemeinsam mit der Gleichstellungsbehörde Unia vor Gericht gezogen, weil sie bei ihrer Bewerbung bei Skeyes abgelehnt wurden, weil sie „zu alt“ waren, sprich weil sie älter als 25 waren.  

„Die Sicherheit im Luftraum über Belgien kann in Gefahr geraten, wenn Bewerber eingestellt werden, die älter als 25 Jahre sind. Daneben nehmen die kognitiven Fähigkeiten ab, die man braucht, um die notwendigen Fähigkeiten zu lernen“, argumentierte die belgische Flugsicherung Skeyes in der Frage, dass hier keine älteren Mitarbeiter mehr angenommen werden. Seit 2016 geht man bei Skeyes so vor bei der Anwerbung neuer Fluglotsen.

Doch in den Augen der belgischen Gleichstellungsbehörde Unia ist dies „Altersdiskriminierung“. Unia zog mit sieben abgelehnten Bewerbern, die bei Skeyes als Fluglotsen arbeiten wollten, vor Gericht und das Brüsseler Handelsgericht verurteilte die Flugsicherung zu einem Zwangsgeld von 500 pro Tag, an dem an der kritisierten Handhabe zur Personaleinstellung festgehalten wird. Zudem muss Skeyes den sieben abgelehnten Bewerbern eine Entschädigung von jeweils sechs Monatsgehältern zahlen.

Doch bei Skeyes scheint man sich diesem Urteil zunächst nicht beugen zu wollen, schreibt die flämische Tageszeitung De Morgen dazu. Im Gegenteil. Diese Vorgehensweise sei wohldurchdacht und basiere auf wissenschaftlichen Erkenntnisse. Bei Unia hingegen sieht man diese Sache gänzlich anders. Hier heißt es dazu: „Eine Altersgrenze von 25 Jahren ist nicht zu untermauern. Wissenschaftlich wurde niemals bewiesen, dass jemand, der älter als 25 Jahre ist, kognitiv nicht fähig sein soll, um den Flugverkehr zu regeln.“