Die Katholische Kirche in Belgien wird kleiner und weiblicher

Die Kirchen in Belgien werden leerer. Im vergangenen Jahr besuchten 17 % Menschen weniger eine Sonntagsmesse als noch zwei Jahre zuvor. Insgesamt wurden auch weniger Kinder getauft und die Zahl der Ehepaare, die sich kirchlich trauen lassen, geht ebenfalls weiter zurück. Auffallend ist aber auch, dass inzwischen die Mehrheit derer, die sich in der Katholischen Kirche in Belgien engagieren, Frauen oder Einwanderer sind.

Im Jahresbericht 2018 der belgischen Bischofskonferenz (nach 2016 erst der zweite Jahresbericht in der Katholischen Kirche in Belgien überhaupt) fällt besonders eines auf, nämlich, dass die Zahl der Frauen und der Laien, die in der Kirche aktiv sind, die Zahl der Männer und der Angestellten übertrifft. 55 % der ehrenamtlich engagierten Kirchgänger in Belgien sind weiblich und 51 % der Mitarbeiter sind ehrenamtlich aktiv.

Die Kirche zählte 2018 genau 4.374 Priester, 601 Diakone, 9.560 Religiöse, 550 Pastore, 2.260 Messdiener(innen) und 2.038 Laien. Und in den einzelnen Pfarren sind knapp 148.000 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer aktiv, ohne die die Arbeit der Katholischen Kirche „an der Basis“ nicht funktionieren würde, wie die Bischofskonferenz dazu angibt. Davon sind, wie oben bereits erwähnt, 55 % Frauen.

Engagierte Einwanderer

Und interessant ist dabei auch, dass inzwischen etwa jeder fünfte Messdiener oder Ehrenamtliche in der hiesigen Katholischen Kirche kein Belgier ist, sondern ausländischen Ursprungs. Besonders viele Afrikaner, Polen, Vietnamesen und Einwanderer aus den Philippinen sind in der hiesigen Kirche aktiv engagiert. Auch etwa 20 % der bezahlten Kirchenangestellten sind Einwanderer, die nicht unbedingt die belgische Nationalität besitzen.

Weniger Pfarren

Wie anderswo auf der Welt auch, werden hier in Belgien vermehrt Kirchen entweiht und einer anderen Funktion zugeführt oder einfach nur schlicht und einfach geschlossen. Allerdings wurden 2018 auch acht Kirchen anderen christlichen Glaubensgemeinschaften übertragen. Einige davon werden heute von orthodoxen Pfarren genutzt. Das sind zumeist Gemeinschaften aus Griechenland oder aus Osteuropa. 31 katholische Kirchen wurden 2018 geschlossen oder entweiht.

Aber, im vergangenen Jahr ging auch die Zahl der Pfarren in Belgien leicht zurück. Insgesamt musste die Katholische Kirche 39 Pfarren aufgeben. Grund dafür ist oftmals akuter Priestermangel oder auch ein so deutlicher Schwund an Gläubigen, die noch zur Messe kommen oder die sich anderweitig in der Kirche engagieren. Das bedeutet, dass aktuell belgienweit noch 3.791 Pfarren aktiv sind.