Drogenkrieg in Antwerpen: Gangster suchen einen Gangster

Seit Monaten wird Antwerpen von explodierenden Granaten und Schüssen auf Wohnungen und Häuser heimgesucht. Dass sich in der Hafenmetropole ein Drogenkrieg abspielt, ist nicht von der Hand zu weisen. Inzwischen konzentrieren sich die Ermittlungen der Polizei auf eine ganz bestimmte Person. Doch nicht nur die Kripo sucht diesen Mann, sondern auch die Drogenbanden. Ihnen ist eine Ladung Kokain abhandengekommen, die der Gesuchte offenbar unterschlagen hat.

Gabriël C. ist derzeit der wohl meistgesuchte Mann in der Antwerpener Drogenszene. Doch auch die Polizei sucht diesen bereits mehrmals vorbestraften Drogenkriminellen. Selbst dessen Anwalt hat sein Monaten nichts mehr von ihm gesehen oder gehört. Und das ist kein Zufall.

Gabriël C. hat angeblich gemeinsam mit anderen Handlangern der Drogenkartelle eine große Menge Kokain verloren, die über den Hafen von Antwerpen hierher geschmuggelt wurde. Aber, das glauben die Drogenbanden von Antwerpen nicht. Dort geht man davon aus, dass der Gesuchte dieses Kokain unterschlagen hat, um es selbst zu verkaufen.

Seit einiger Zeit machen die Drogengangster Jagt auf den Mann und dabei scheuen sie keine Gewalt. Da werden Granaten geworfen und zur Explosion gebracht, da werden Häuser und Wohnungen mit Kalaschnikows beschossen. Diese Vorgänge spielen sich zumeist in Wohnvierteln in Antwerpen ab, in denen Verwandte, Freunde oder Bekannte von Gabriël C. wohnen sollen. Auf diese Weise wollen die Kartelle den Mann offenbar unter Druck setzen.

Erst in der vergangenen Woche eröffnete ein bewaffneter Mann das Feuer auf einen Telefonladen im Ortsteil Borgerhout und diesen Laden betreibt nach Angaben der Polizei ein Mann, der Verbindungen zu Gabriël C. haben soll. Doch angeblich sollen der Gesuchte und seine Helfershelfer ebenfalls auf diese Art und Weise aktiv sein, denn einige Granatenexplosionen in der jüngeren Vergangenheit werden von den Ermittlern als Vergeltung für ähnliche Aktionen gegen diese Bande sein.

Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren, denn bisher kam noch niemand bei diesem brutalen Drogenkrieg ums Leben. Doch angesichts der wachsenden Gewalt ist es nur eine Frage der Zeit, bis es hier Tote gibt…