Ehemalige Kumpel aus den Bergwerken demonstrieren für ehrlichere Renten

Am Mittwoch haben Vertreter der ehemaligen Bergleute aus der flämischen Provinz Limburg in Brüssel vor dem Rentenamt für gerechtere und ehrlichere Pensionen demonstriert. Die ehemaligen Kumpel geben an, ihre Renten würden seit Jahren falsch und zu ihrem Nachteil berechnet und ausgezahlt. Sie verlangen jetzt die Auszahlung der ihnen entgangenen Gelder. Das Rentenamt der belgischen Bundesbehörden versprach, sich der Sache anzunehmen.

Der 4. Dezember ist der Tag der Heiligen Barbara, der Schutzpatronin der Bergleute. Diesen Tag nutzten ehemalige Kumpel aus den alten Zechen in der Provinz Limburg, um mit dem Zug von Heusden-Zolder nach Brüssel zu fahren. Hier demonstrierten sie vor dem Bundesrentenamt, um eine ehrliche und gerechte Berechnung ihrer Pensionen einzufordern.

Das Problem ist ihrer Ansicht nach, dass ihnen einiges an zusätzlich geleisteter Grubenarbeit nicht angerechnet wird. Bei der Schließung der Kohlebergwerke im Kempenland wurde vereinbart, dass die Kumpel bei der Berechnung ihrer Rente Recht auf 30 Dienstjahre unter Tage haben, doch die tatsächlichen Rentenzahlungen berücksichtigen nur 25 Jahre und keine 30 Jahre. Eine Zusatzprämie würde den Schaden nicht wettmachen, so die Bergleute.

Michel Dylst, der Vorsitzende des Freundeskreises „Kempische Steenkolenmijnen“, geht davon aus, dass rund 5.800 seiner früheren Kumpel pro Monat brutto zwischen 220 und 270 € zu wenig Rente überwiesen bekommen: „Die Rente eines Bergmanns beläuft sich auf 30/30, doch wir bekommen nur 25/30 und einen Zusatz.“ Sein Kollege Robert Coens, der Sekretär des Freundeskreises, fügte hinzu: „Wir wollen nur, wo wir Recht drauf haben. Früher, als wir noch gearbeitet haben, wurden uns Sozialbeiträge abgeknöpft. Wir haben also für unsere Pensionierung eingezahlt.“

Wir wollen nur, wo wir Recht drauf haben. Früher, als wir noch gearbeitet haben, wurden uns Sozialbeiträge abgeknöpft. Wir haben also für unsere Pensionierung eingezahlt.“

Robert Coens, früherer Bergbauarbeiter aus Limburg

Die letzten Zechen in Limburg sind vor knapp 27 Jahren dichtgemacht worden und erst nach heftigen Protesten der entlassenen Kumpel wurden Abkommen geschlossen, die auch Kompensationen beinhalteten. Doch bis heute ist dies niemals abschließend umgesetzt worden.

Beim Rentenamt in Brüssel will man sich der Sache annehmen und versprach, den Vorgang in einer Arbeitsgruppe zu besprechen. Generaldirektor ad interim Claude Schotte und dessen Chefberater Erik van den Driessche sprachen mit dem Bergleuten und gaben an, dass die geplante Arbeitsgruppe bereits am 18. Dezember zum ersten Mal tagen werde.

Die Kumpel deuteten vorsichtig an, dass sie schwereres Geschütz auffahren würden, wenn man ihren Forderungen nicht entgegenkommen würde und sie verlangen, dass auch ein Vertreter ihres Freundeskreises neben den Gewerkschaften mit am Tisch bei dieser Arbeitsgruppe sitzen soll. Am Rande der Demo in Brüssel sagte der ehemalige Bergarbeiter Eddy Melis: „Wenn meine Rente dem Gesetz entsprechend ausgezahlt würde, bekäme ich netto pro Monat 150 € mehr. Wenn man bedenkt, wie klein die Bergarbeiterrenten hier sind…“