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Geraardsbergen will nicht mehr für die Durchfahrt der Flandernrundfahrt über die „Mauer“ zahlen

Der Stadtrat von Geraardsbergen in der Provinz Ostflandern will nicht länger jährlich 50.000 € an die Organisatoren der Flandernrundfahrt überweisen, nur damit das Peloton über die dortige weltberühmte „Mauer“ (Fotos) fährt. Die Stadt will dieses Geld in Zukunft lieber zu sozialen Zwecken in der eigenen Gemeinde nutzen.

Geraardsbergens Bürgermeister Guido De Padt (Open VLD) sagte dazu gegenüber dem VRT-Regionalsender Radio 2/Ostflandern, dass er nicht mehr vertreten könne, dieses Geld für die Flandernrundfahrt auszugeben: „Die Durchfahrt ist jetzt 100 km vor dem Ziel geplant. Damit ist die Spannung nicht mehr wirklich gegeben.“

Seine Stadt habe andere Prioritäten, um eine Summe von 50.000 € zu rechtfertigen: „Wir könnten das noch bezahlen, doch unsere Prioritäten liegen irgendwo anders. Wir wollen lieber etwas für den sozialen Wohnungsbau tun oder in Projekte gegen Kinderarmut und Einsamkeit investieren. Wir werden uns mehr in Richtung Budgets für die Bürger bewegen.“

Bürgermeister De Padt hofft, dass die Flandernrundfahrt trotz dieser fehlenden Summe weiter durch Geraardsbergen und über die „Mauer“ fahren wird: „Ich vertraue darauf, dass der ikonische Charakter der ‚Mauer‘ ausreichen wird, um doch noch hier durchzufahren. Wenn das so bleibt, werden wir weiter auch finanziell dabei helfen, diese Durchfahrt hier rasch und ansprechend möglich zu machen.“

Im kommenden Jahr werden die Flandernrundfahrt-Veranstalter von Flanders Classics auf jeden Fall für die 104. Ausgabe dieses weltweit bekannten Frühjahrsklassikers für die Radprofis auf Geraardsbergen und die „Mauer“ setzen.

Seit einigen Jahren ist die „Mauer“ auch immer ein entscheidender Abschnitt der BinckBank Tour, die frühere Benelux-Rundfahrt, die heute Belgien und die Niederlande berührt. Hier hofft der Stadtrat von Geraardsbergen auf eine Vertragsverlängerung, denn dieses UCI-Rennen ist für den Standort „Mauer“ sehr wichtig.