Januar bis November 2019: Wieder mehr Konkurse in Belgien

In den ersten 11 Monaten des noch laufenden Jahres 2019 haben belgienweit 10.676 Unternehmen ihre Bücher geschlossen oder mussten Konkurs anmelden. Das entspricht etwa einem Fünftel mehr Pleiten als im gleichen Vorjahreszeitraum, so das Handels-Informationszentrum Graydon. Fast 20.000 Menschen verloren dabei ihren Job.

Zwischen Januar und November 2019 sind in Belgien 10.676, Unternehmen Pleite gegangen. Das entspricht einem Anstieg um 18,9 % gegenüber dem gleichen Zeitraum 2018, wie die Zahlen von Graydon belegen. Dabei verloren (oder verlieren im Zuge des Konkursverfahrens noch) 19.451 Arbeitnehmer ihre Stelle, was einem Anstieg um 18,8 % gegenüber 2018 entspricht.

Diese steigende Zahl an Konkursen und Firmenpleiten kommt in allen drei belgischen Regionen vor: Flandern 24,3 % mit 5.236 Konkursen, Wallonie 17,2% mit 2.654 Konkursen und Brüssel 9,9 % mit 2.743 Konkursen.

Als Grund für diesen doch signifikanten Anstieg wird unter anderem eine Änderung der Gesetzeslage angeführt, wie Eric Van den Broele von Graydon gegenüber der belgischen Nachrichtenagentur Belga andeutet: „Heute können auch Vereinigung ohne Gewinnerzielungsabsicht (VoG in Belgien, EV in Deutschland (A.d.R.)) und freie Berufe pleitegehen und dadurch eine zweite Chance erhalten. Daneben nutzen die Handelsgerichte auch neue Möglichkeiten, um sogenannte ‚Spukunternehmen‘ aufzulösen.“

Damit sind in etwa „Scheinunternehmen“ oder „Scheinselbständige“ gemeint. Nach der Prognose von Graydon im Hinblick auf das nahende Jahresende könnte 2019 in Sachen Insolvenzen mit dem Rekordjahr 2013 gleichziehen. Möglicherweise wird dieses Jahr in dieser Hinsicht sogar das zweithöchste Konkursjahr in Belgien überhaupt.