Neue Webseite lässt Art-Nouveau in Brüssel digital entdecken

Art-Nouveau-Gebäude sind in der belgischen Hauptstadt Brüssel wahrlich keine Seltenheit, doch nur selten bieten sich Möglichkeiten, auch hinter die prächtigen Fassaden solcher Häuser zu blicken. Ab und zu können solche Bauten im Rahmen von Tagen des offenen Denkmals oder beim Art-Nouveau-Festival in Brüssel betreten werden, doch zumeist bleiben die Türen zu solchen Häusern eher verschlossen. Jetzt bietet die neue Webseite "insideartnouveau" einen digitalen Blick hinter zahlreiche Art-Nouveau-Fassaden.

Kürzlich hat die Region Brüssel-Hauptstadt gemeinsam mit dem europäischen RANN-Netzwerk (Réseau Art Nouveau Network), ein Kooperationsverbund von 20 Städten in Europa, die mit einem besonderen Art-Nouveau-Patrimonium aufwarten können, die Webseite „insideartnouveau“ vorgestellt. Diese Webseite bietet Brüsselern, Architekturfans und Fachleuten aus diesem Bereich einen virtuellen Einblick in zahlreiche solche Häuser. Dies soll ein erster Schritt dahingehend sein, dass das Art-Nouveau-Kulturerbe in der belgischen Hauptstadt in Zukunft zugänglicher wird, so Brüssels regionaler Minister für Kulturerbe und Städtebau, Pascal Smet (SP.A/one.brussels).

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Diese Webseite bietet eine Stadtkarte, Zeichnungen und Erklärungen, Links via Geolocation und sorgt dafür, dass Interessenten ihren Weg durch das Art-Nouveau-Brüssel finden können. Übrigens bewirbt VisitBrussels, das hiesige regionale Tourismusamt, die Webseite „insideartnouveau“ inzwischen international. Kulturerbe-Minister Smet sagt zu dieser Initiative: „Die Identität einer Stadt hängt von drei Elementen ab: Die Bewohner, der öffentliche Raum und die Gebäude und nicht zuletzt von der Interaktion zwischen diesen drei Faktoren. In Brüssel ist Art-Nouveau ein wesentlicher Bestandteil dieser Identität, dieses Images.“

Die Webseite „insideartnouveau“ funktioniert auf allen möglichen digitalen Trägern: Handy, Smartphone, klassischer PC oder Laptop… Derzeit sind rund 200 Brüsseler Gebäude in diesem Architekturstiel darin enthalten und stets werden es mehr. Und gleichzeitig wird ein entsprechendes Angebot zur Art Deco und zum Modernismus vorbereitet.

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Passend zur Lancierung der Webseite „insideartnouveau“ kommt auch gerade ein Buch mit dem Titel „Belgian Art Nouveau: vision, design and craft“ heraus. Dieses Buch, das im Verlag „Editions du Musée Horta“ erscheint, ist der erste Teil einer ganzen Reihe von noch zu erscheinenden Büchern zu diesem Thema. Es beschäftigt sich mit den für Art-Nouveau in Belgien wichtigen Fachleuten für Metallkunst Fernand Dubois und Paul Du Bois, mit dem Raumausstatter Georges Hobé und mit Léon Ledru, Fachmann für Art-Nouveau und Art Deco bei der heute leider nicht mehr existieren Kristallmanufaktur Val-Saint-Lambert in Lüttich. 

Alle Fotos in diesem Beitrag zeigen das Maison Saint-Cyr am Ambiorixsquare im Brüsseler Stadtteil Schaarbeek an der Grenze zum Europaviertel und zum Ortsteil Sint-Joost-ten-Noode, entworfen im Jahr 1900 von dem damals erst 22 Jahre alten Architekten Gustave Strauven, ein Schüler von Victor Horta. Dieses Gebäude stand lange Zeit leer, wurde während eines längeren Zeitraums restauriert und gehört heute einem Geschäftsmann aus der Wallonie, der es nutzt, wenn er in Brüssel zu tun hat…