VRT-Aktion gegen das Sparvorhaben der flämischen Regierung

Am Donnerstagnachmittag zogen rund 600 Mitarbeiter des flämischen Rundfunks VRT vom Funkhaus an der Reyerslaan aus zum Sitz der flämischen Landesregierung am Martelaarsplein, um dort gegen das Sparvorhaben der Regierung zu protestieren. Vor dem Regierungssitz wurden die VRT-Mitarbeiter aus allen Bereichen von hunderten Vertretern aus dem gesamten soziokulturellen Sektor und aus anderen Bereichen der Zivilgesellschaft erwartet, die ebenfalls unter den Einsparungen der Landesregierung zu leiden haben.

Es waren wohl rund 1.200 Vertreter des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, der Zivilgesellschaft und des soziokulturellen Sektors, darunter auch VRT-Journalisten und Studenten aus den Kunsthochschulen, die am Donnerstagnachmittag vor dem flämischen Regierungssitz in Brüssel gegen die Sparmaßnahmen protestiert haben.

Diese Kundgebung war keine Demonstration gegen die Regierung, sondern gab eher ein solidarisches Zeichen aus all den von Sparmaßnahmen betroffenen Sektoren dazu, dass man sich Sorgen um das weitere Funktionieren macht.

Neben den VRT-Kollegen waren dort auch Vertreter aus den verschiedenen Jugendbewegungen, wie Pfadfinder, vertreten und auch Mitarbeiter des flämischen Jugendrates, verschiedenster Gesundheits-, Aufklärungs- oder Integrations-Verbände und aus dem Minderheitenforum.

Die VRT wurde von Mitarbeitern aus den TV- und Radio-Redaktionen, der Verwaltung, der Nachrichtenredaktion, der Schauspieler aus den eigenen Serien und anderen Bereichen vertreten. Ziel war zu zeigen, dass eine Region wie Flandern einen starken öffentlichen Rundfunk braucht, um die Gesellschaft in all ihren Bereichen zu vertreten und zu erreichen. 

Die VRT steht für Qualität. Wenn wir immer weniger Mittel erhalten, können wir diese Qualität nicht mehr liefern.“

Marleen Merckx, Schauspielerin aus der VRT-Daily-Soap „Thuis“ („Zu Hause“)

Bei der Abschlussveranstaltung traten flämische Musiker auf, die mit ihren Liedern daran erinnerten, dass sie die VRT als Medium für ihre Arbeit brauchen und sogar auf den öffentlich-rechtlichen Rundfunk angewiesen seien. Allen Beteiligten, sowohl das VRT-Personal, als auch die Vertreter der Kultur, des soziokulturellen Sektors und der Zivilgesellschaft bereiten die Sparmaßen der flämischen Landesregierung große Sorgen.

VRT-Radioproduzent Jan Sprengers brachte es auf den Punkt: „Das betrifft unsere Zukunft. Wir gehen auf die Straße, um zu sagen, dass die VRT lebensnotwendig ist. Nicht nur für uns, sondern für alle.“ Die Aktion wurde von der sendereigenen Bewegung „Iedereen VRT“ („Jeder ist VRT“) getragen und organisiert und sollte eine ausdrücklich positive Botschaft tragen, was auch gelungen ist.

Ein Streik war diese Aktion bewusst nicht, denn alle Radio- und TV-Programme liefen wie gewohnt weiter und auch die Online- und die Sportredaktionen waren besetzt und veröffentlichten alle wichtigen News des Tages. Nach den vorliegenden Haushaltszahlen der flämischen Landesregierung muss die VRT 2020 2,4 Mio. € einsparen und danach bis 2024 jährlich weitere 12 Mio. €.