NICOLAS MAETERLINCK

Mehr als ein Fünftel aller Einwohner Flanderns hat ausländische Wurzeln

Die flämischen Landesbehörden haben ihren jährlichen Einbürgerungs- und Integrationsmonitor veröffentlicht und daraus ist ersichtlich, dass 21,1 % aller Einwohner Flanderns ausländischer Herkunft ist - 5 % mehr als vor 10 Jahren. Das bedeutet, dass in Flandern aktuell 1,3 Millionen Bürger einen Migrationshintergrund haben. 

Die genauen Zahlen dieser flandernweiten Erhebung basieren auf dem Jahr 2017 und belegen, dass 1.378.016 flämische Einwohner einen Migrationshintergrund haben. Zum ersten Mal wurde auch die 20 %-Marke überschritten, denn derzeit haben 21,1 % aller Einwohner des belgischen Bundeslandes Flandern ausländische Wurzeln. 2009 waren dies „nur“ 15,3 % respektive 947.104 Einwohner.

Bei diesen Einwohnern mit Migrationshintergrund handelt es sich sowohl um Personen mit ausländischer, als auch mit belgischer Nationalität. Auffallend ist dabei, dass es vor allem Einwanderer oder deren Nachkommen aus Ländern außerhalb der Europäischen Union weiter schwer auf dem Arbeitsmarkt haben.

Einwanderung scheint zudem ein städtisches Phänomen zu sein, denn 50 % aller Einwohner mit ausländischen Wurzeln leben in 20 flämischen Städten. Das sind vor allem Städte in der Provinz Limburg, die Metropolen Antwerpen, Brüssel und Gent und auch die Städte, die innerhalb des Dreiecks zwischen diesen Großstädten liegen.

Der Anstieg dieses Teils der Bevölkerung ist nicht nur auf weitere Einwanderung zurückzuführen, sondern auch auf höhere Geburtenzahlen, als bei Personen flämischer Herkunft, so die Statistik. In Sachen Armut gehören die flämischen Einwohner mit Wurzeln außerhalb der EU auch zur am stärksten Betroffenen Gruppe. 49 % der Haushalte dieser Einwohner müssen mit weniger als 100 € am Tag auskommen.