Andreas Kockartz

"Present", eine Werkschau von Stephan Vanfleteren im FOMU in Antwerpen

Das Fotografiemuseum in Antwerpen, FOMU, widmet dem flämischen Fotografen Stephan Vanfleteren eine Werkschau, die rund 30 Jahre seines Schaffens abdeckt. Vanfleteren selbst oblag es, diese Ausstellung zusammenzustellen. „Present“ zeigt Arbeiten von Stephan Vanfleteren als Journalist, als Dokumentarfotograf und als Künstler. Und, die Ausstellung lässt tief in das Innere des Menschen Stephan Vanfleteren eintauchen. Der Fotograf arbeitet übrigens erst seit Kurzem mit Farbe. Der Übergroße Teil seines Werks entstand in schwarz-weiß… 

Eines zeichnet Stephan Vanfleteren von Anfang an aus, wie die FOMU-Ausstellung „Present“ zeigt. Angst davor, Menschen zu fotografieren hatte er nie und ihn zeichnet die Fähigkeit aus, in seinen Fotos Geschichten zu erzählen. Nicht selten zeigen seine Bilder und Reportagen gleichzeitig das zentrale Ziel eines Fotos und einen ebenso interessanten Nebenschauplatz. Sein Spiel mit Licht - Vanfleteren arbeitet bevorzugt mit einer Lichtquelle, nämlich mit dem natürlichen Licht - und sein Spiel mit Schärfe und Unschärfe.

Seine fotografische Laufbahn nahm konkret ihren Anfang, als Stephan Vanfleteren für flämische Tageszeitungen, wie De Morgen oder De Standaard zu arbeiten begann. Frühe Reportagen führten ihn ins Bürgerkriegsland Jugoslawien (Foto unten), wo er sich mit dem Thema Flucht und Vertreibung befasste. Einen besonderen Härtetest musste der flämische Fotograf überstehen, als er nach Ruanda geschickt wurde, um dort fotografisch über den Völkermord zu berichten.

(Lesen Sie bitte unter dem Foto weiter)

Stephan Vanfleteren Only use for the press for expo & book PRESENT at FOMU Antwerpen. If other use please contact photographe

Mehr als nur ein Fotograf

Doch auch in seiner flämischen bzw. belgischen Heimat gelangen Stephan Vanfleteren beeindruckende Reportagen, die Bilder von Menschen ergaben, die tief ins Innere der fotografierten Protagonisten blicken lassen. Schon früh wurde die Szene auf diesen besonderen Fotografen aufmerksam und er begann auch Künstler, Sportler (eindrucksvolle Porträts zeigen die „Goldene Generation“ der Roten Teufel), Politiker und andere Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens zu porträtieren - immer in schwarz-weiß und immer mit nur einer Lichtquelle, nämlich mit dem natürlichen Licht. Platten- und Buchcover zeigen Fotos von ihm, Plakate wurden mit seinen Bildern illustriert. All das und vieles mehr zeigt die Ausstellung „Present“ anhand der eigenen Auswahl von Stephan Vanfleteren.

(Lesen Sie bitte unter dem Foto weiter)

stephan vanfleteren Uitsluitend voor persgebruik - PRESENT expo en boek at FOMU Antwerpen en HANNIBAL Voor enkel ander gebrui

Krönender Abschluss

Die Ausstellung findet ihren Abschluss in zwei besonderen Phasen, bzw. Räumen des Antwerpener Fotografiemuseums. Zum einen bietet ein riesiger Tisch in einem großen in Schwarz gehaltenen Raum einen Überblick aller wichtiger und unwichtiger Nebensächlichkeiten aus der Laufbahn des Fotografen und zum anderen lässt er das Publikum seine neue Arbeitsweise erkennen, in der er quasi mit seinen Kameras Gemälde produziert.

In seinem Haus im Hinterland der belgischen Küste hat er einen Raum eingerichtet, der in Grau gehalten ein einziges großes Fenster aufweist. Dieses Fenster bildet die bereits hier mehrmals erwähnte einzige und natürliche Lichtquelle. In diesem Raum fotografiert Stephan Vanfleteren Menschen, nackte Menschen, die sich selbst in Szene rücken. Und, Vanfleteren fotografiert dort tote Tiere aller Art. Damit entstehen Stillleben, die im Ergebnis klassischen Gemälden gleichkommen. Zudem sind diese Bilder Farbfotos…

„Present“, Werkschau von Stephan Vanfleteren, noch bis zum 1. März 2020 im FOMU, Waalsekaai 47, 2000 Antwerpen, https://fomu.be  

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