Risiko der Energiearmut in Belgien

Alleinstehende und einkommensschwache Alleinerziehende, die mit Strom ihre Wohnungen beheizen, sind einem sehr hohen Risiko der Energiearmut ausgesetzt. Das ist das Ergebnis einer Studie der föderalen Energiekontrollbehörde CREG.

Aus einer Analyse des Anteils der Strom- und Gasrechnung am Haushaltsbudget geht die CREG davon aus, dass mindestens 400.000 Haushalte in Belgien von Energiearmut bedroht sind. Am problematischsten sei die Situation für Alleinstehende und einkommensschwache Alleinerziehende, die mit Strom heizen, sagt Sophie Lenoble, die Sprecherin der Behörde. Es handelt sich um Haushalte, die 15 bis 20 Prozent ihres verfügbaren Nettoeinkommens (nach Abzug der Wohnkosten) für ihre Energierechnung ausgeben müssen.

Bei Alleinstehenden und einkommensschwachen Alleinerziehenden, die Erdgas zum Beheizen ihrer Wohnungen nutzen, ist der Anteil deutlich geringer (rund 8 Prozent).

Verteuerung um 62 Prozent

Nach Auffassung von CREG liege das an der Entwicklung der Gas- und Strompreise. In zehn Jahren ist der Strompreis um 62 Prozent gestiegen. Wenn die Inflation neutralisiert wird, ist dies immer noch ein Anstieg von 31%. Erdgas ist nach der Neutralisierung der Inflation in zehn Jahren nur 2,4 Prozent teurer geworden.

Bleibt die Schlüsselfrage, wie viele der 400.000 Haushalte tatsächlich mit Energiearmut konfrontiert sind. In Belgien haben unter anderem Menschen mit einer Schwerbehinderung, Sozialempfänger, Mieter einer Sozialwohnung und Rentner ‘mit Einkommensgarantie‘ Anspruch auf einen sozialen Energietarif, der deutlich unter dem durchschnittlichen gewerblichen Tarif liegt. Fast 440.000 Familien haben den sozialen Stromtarif, fast 270.000 den sozialen Gastarif. Doch laut Sophie Lenoble sei auch klar, dass nicht alle Haushalte mit niedrigem Einkommen davon Gebrauch machen könnten.