NICOLAS MAETERLINCK

Belgier shoppen für Milliarden von Euro im Ausland, lokale Unternehmer schlagen Alarm

Im Jahr 2018 haben wir alle rund 8 Milliarden Euro in Geschäften im Ausland ausgegeben, so die Unternehmerorganisation Unizo. Das seien Milliarden von Euro, die jedes Jahr der belgischen Wirtschaft verloren gingen. Unizo führt nun eine Aktion durch, damit die Belgier in ihrer eigenen Gemeinde und Region vor Ort einkaufen gehen.

Mit einer symbolischen Aktion auf dem Kunstberg in Brüssel will Unizo an diesem Freitag auf die zunehmenden Sorgen von lokalen Händlern und Unternehmern aufmerksam machen: Belgier kaufen inzwischen für Milliarden Euro hinter den Grenzen, also im Ausland ein. Nach eigenen Berechnungen von Unizo, basierend auf älteren Zahlen aus dem Wirtschaftsministerium, handelte es sich 2018 um rund 8 Milliarden Euro.

Laut Unizo haben wir im vergangenen Jahr 5,5 Milliarden Euro in Webshops wie Bol.com, Zalando, Amazon und Coolblue ausgegeben. Dazu kamen 2,5 Milliarden Euro an Grenzkäufen, die die Belgier vor Ort in Supermärkten in den Niederlanden, Frankreich und Luxemburg ausgaben.

Dieses Geld fließt einfach aus der belgischen Wirtschaft ab und wir sehen es nie (oder kaum) wieder. Das soll sich ändern, betont Unizo. Im Geschenke-Monat Dezember fordert die Organisation die Verbraucher auf, wieder mehr lokale Einkäufe zu tätigen.

Mehr Arbeitsplätze, weniger Emissionen

Unizo wirbt mit den Argumenten der Arbeitsplätze, die dadurch erhalten blieben und mit kurzen Einkaufswegen – der Umwelt zuliebe.

"Wenn wir diesen Betrag in Belgien halten könnten, würden das 45.000 zusätzlichen lokalen Arbeitsplätzen entsprechen", sagt Danny Van Assche, Geschäftsführer von Unizo, in einer Pressemitteilung. Es gehe nicht nur um die Unternehmer selbst, sondern auch um die Menschen, die die Produkte herstellten und lieferten.

Außerdem sei es viel nachhaltiger, betont er. "Denn wenn man von hier aus bei Unternehmern kauft, müssen weniger Pakete aus dem Ausland kommen. Weniger internationaler Güterverkehr bedeutet auch weniger Staus und CO2-Emissionen."

Außerdem wird das hierzulande ausgegebene Geld in Belgien besteuert, was wiederum ein zusätzliches Einkommen für die Regierung bedeutet. Und gut funktionierende lokale Händler reduzierten überdies Leerstände, so dass die Innenstädte wieder belebter und angenehmer würden.

"Wenn die Verbraucher auch noch in den nächsten Jahren den Weihnachtsbummel vor Ort genießen und durch dekorierte Einkaufsstraßen mit einem vielfältigen Angebot an Geschäften schlendern wollen, ist es wichtig, dass sie diese Geschäfte am Leben erhalten, indem sie wieder mehr in Belgien einkaufen", so Van Assche.