Berühmt-berüchtigte Mietwucherer aus Löwen festgenommen

Der Vater und der Sohn einer Familie aus Löwen, die landesweit als Mietwucherer bekannt ist, sind am Montag von einem Ermittlungsrichter festgenommen worden. Zwei weitere Personen wurden ebenfalls verhaftet, aber später wieder unter Auflagen auf freien Fuß gesetzt. Seit Jahren versuchen Polizei und Justiz, die Stadt Löwen und die Löwener Universität etwas gegen diese Familie zu unternehmen. Jetzt liegen offenbar juristisch relevante Fakten gegen die Mietwucherer vor.

Am Montag hatten Polizei und Justiz umfassend zu einem Schlag gegen die Mietwucherer-Familie ausgeholt und es fanden Razzien an verschiedenen Adressen in Löwen, in Brüssel und in Hoeselt in Limburg statt. Dabei wurden die Privatwohnungen und die Geschäftsräume der Familie durchsucht. Vier Personen wurden verhaftet, drei Familienmitglieder und ein Handlanger des Unternehmens. Im Laufe des Tages wurden der Handlanger und die Mutter der Familie laufengelassen. Vater und Sohn wurden in Untersuchungshaft genommen.

Seit Jahren verstößt die Familie, die zahlreiche völlig heruntergekommene Häuser besitzt, gegen die Wohnvorschriften der flämischen Landesbehörden. Zudem steht der Verdacht im Raum, dass diese Familie Wuchermieten eintreibt, ihre Mieter erpresst und massiv illegalen Einwanderern Wohnungen vermietet, die ebenfalls extrem hohe Mieten zahlen müssen. Bei der Staatsanwaltschaft Löwen gilt die Familie inzwischen als eine kriminelle Vereinigung. 

Seit Jahren gehen die Klagen gegen die Mietwucherer ein

Seit etwa 2010 regnet es Klagen gegen diese Vermieter in Brüssel. Diese Klagen über hohe Mieten, schlecht unterhaltene Wohnungen, die Weigerung, Schäden reparieren zu lassen und vieles mehr kommen in erster Linie von Studenten, die an der Universität von Löwen (KU Leuven) studieren. Aber auch Einwanderer und Asylsucher, die hier Wohnungen mieten, klagen vermehr über die Zustände der Häuser und Appartements. Im Laufe der Jahre hatte die Stadt Löwen einige der Häuser der Familie für unbewohnt erklärt, doch sie wurden weiter vermietet. In einigen der Gebäude soll es weder Heizung, noch warmes Wasser, noch Strom geben.

In den vergangenen Wochen und Monaten haben verschiedene Institutionen ihre Klagen gebündelt: Polizei, Staatsanwaltschaft, Mieterverbände, das Sozialamt, die flämische Landeswohnungs-Inspektion, die Uni Löwen, Studentenverbände uvm. Löwens Bürgermeister Mohamed Ridouani (SP.A) reagierte zufrieden: „In den vergangenen Monaten ist intensiv an diesem Fall gearbeitet worden (…) Mietwucherei ist für uns eine Priorität und ich hoffe, dass hiermit ein deutliches Signal gesetzt wird.“

Meist gelesen auf VRT Nachrichten