Kommt es in Belgien zu einem Bahnstreik am 19. Dezember?

Bei der belgischen Eisenbahn droht weiterer Streik und zwar am Donnerstag, den 19. Dezember. Bisher haben zwei Eisenbahngewerkschaften eine Streikankündigung für diesen Tag eingereicht. Der Grund für diesen Streik sind Streitpunkte bei den Gesprächen rund um das neue Tarif- und Sozialabkommen für den Zeitraum 2020-2022.  

Die sozialistische Gewerkschaft ACOD und liberale Gewerkschaft VSOA haben eine Streikankündigung für den 19. Dezember hinterlegt. Der Streik könnte 24-stündige Arbeitsniederlegung bedeuten, die von 18. Dezember ab 22 Uhr bis zum 19. Dezember bis 22 Uhr dauern soll.

Grund für die Streikankündigung ist nach Angaben der beiden Gewerkschaften eine eher ablehnende Haltung von HR Rail, dem juristischen Arbeitgeber der belgischen Bahngesellschaft NMBS/SNCB, gegenüber einigen sozialen Forderungen im Rahmen der Verhandlungen zum neuen Tarif- und Sozialabkommen für den Zeitraum 2020-2022.

Bei einem Treffen mit der HR Rail-Direktion am Montag ist der Entwurf für diesen Tarif- und Sozialplan von den beiden Gewerkschaften ACOD Spoor und VSOA Spoor abgelehnt worden.

Die christliche Bahngewerkschaft ACV Transcom beteiligt sich nicht an dem Ausstand und unterstützt nach eigenen Angaben die Streikankündigung für den 19. Dezember nicht, wie deren Verhandlungsführer Luc Piens angibt: „Wir haben einen anderen Aktionsplan. Wir warten die Versöhnungsrunde ab, die HR Rail aufgrund der Streikankündigung anberaumen wird, ab.“

Die Sozialverhandlungen für das neue Abkommen laufen bereits seit rund 8 Monaten, so die streikbereiten Gewerkschaften. Die Bahn und die ACV hätten alle Chancen gehabt, doch jetzt seien die Gespräche gescheitert, wie von Seiten von ACOD Spoor und VSOA Spoor verlautete.

Die Bahn und HR Rail sehen unter anderem vor, die aktuelle Wochenarbeitszeit von 36 auf 38 Stunden anzuheben. Damit sind die Gewerkschaften nicht einverstanden. Die Arbeitnehmerverbände fordern zudem eine Lohn- und Gehaltserhöhung von 1,1 %, neue Personaleinstellungen mit langfristigen Verträgen, die gleichen Lohnnormen für Arbeiter und Angestellte sowie eine Beibehaltung der 36 Stundenwoche.

Die neue Streikankündigung bei der Bahn entsprach dem dazu vorgesehenem Verfahren. Eine Streikankündigung für den 12. Dezember wurde in der vergangenen Woche von HR Rail abgelehnt, da diese ohne Begründung eingegangen war und damit dem gültigen Verfahren nicht entsprach.