Proximus: Umstrittener Sozialplan angenommen

Der heftig umstrittene Sozialplan beim belgischen Telekom-Multi Proximus ist angenommen worden. Nach langem Zögern und harten Verhandlungen zwischen dem Management, dem Verwaltungsrat und den Gewerkschaften kam die dazu notwendige Zweidrittel-Mehrheit zusammen. Nach der liberalen Gewerkschaft nahm auch die christliche Gewerkschaft den Sozialplan an. Der sozialistische Arbeitgeberverband lehnt den Plan weiterhin strikt ab und stimmte ausdrücklich dagegen.

Das bedeutet, dass bei Proximus 1.341 Jobs wegfallen können. In einer ersten Phase der Verhandlungen, bzw. im Transformationsplan von Proximus, war noch von rund 1.900 zu streichenden Stellen die Rede gewesen. Im jetzt verabschiedeten Sozialplan wurden einige Nachbesserungen durchgeführt. 

Darunter fällt auf Drängen der Gewerkschaften auch eine Beschäftigungsgarantie, die bis 2022 verlängert wurde. Die Zustimmung zu diesem einschneidenden Sozialplan kam nur zögerlich zustande.

Ende November fand der paritätische Ausschuss bei Proximus noch keine erforderliche Zweidrittel-Mehrheit, denn lediglich die liberale Gewerkschaft wollte seinerzeit dem Plan zustimmen, während die christlichen und die sozialistischen Arbeitnehmerverbände diesen strikt ablehnten. Jetzt aber stimmte die christliche Gewerkschaft dem Vorhaben von Proximus nach einigen Nachbesserungen doch zu, da der Telekom-Multi ansonsten den Plan nach eigenem Gutdünken, sprich drastischer umgesetzt hätte.

Nach dem Ausbleiben einer Einigung Ende November hätte das Unternehmen dazu vollstes Recht gehabt. Die christliche Gewerkschaft konnte Proximus weitere Zugeständnisse abringen, wie z.B. Prämien und Versicherungsfragen bei Mitarbeitern, die das Unternehmen auf freiwilliger Basis verlassen, Outplacement, Umschulungsmaßnahmen und Regelungen für Kollegen, die am Ende ihrer beruflichen Laufbahn angelangt sind.

Nach dieser Einigung werden neue Gesprächsrunden zwischen Proximus und den Gewerkschaften angesetzt. Dabei wird es um das neue Arbeitsreglement gehen, das ab 2020 in Kraft treten soll. Allerdings ist hier Einstimmigkeit gefordert. Diese Verhandlungen versprechen ebenfalls spannend zu werden. 

Meist gelesen auf VRT Nachrichten