Auf dem Campus der VUB

Die Freie Universität Brüssel bricht mit dem chinesischen Konfuzius-Institut

Der Verwaltungsrat der Freie Universität Brüssel (VUB) hat am Dienstagabend beschlossen, dass der Vertrag mit dem chinesischen Konfuzius-Institut, der im Juni 2020 ausläuft, nicht verlängert wird. Als Grund führt die niederländisch-sprachige Brüsseler Uni an, dass diese Einrichtung nicht mehr mit den Politik und den Zielen der VUB übereinstimme.

Die Zusammenarbeit mit dem Konfuzius-Institut stand schon länger auf der Tagesordnung der VUB, denn die jüngsten internen und externen Beurteilungen und Auswertungen stellten die Kooperation mit dieser chinesischen Einrichtung zur Debatte. Spätestens seit einem Beitrag in der flämischen Tageszeitung De Morgen vom Oktober dieses Jahres, in dem stand, dass die belgische Staatssicherheit den Direktor des Konfuzius-Instituts Xinning Song für die Dauer von 8 Jahren die Einreise in die Schengen-Zone verweigert, ist diese Frage echt akut.

„Kooperationen mit der VUB sind nur dann möglich, wenn das Vorgehen der betroffenen Partner unseren Basisregeln der freien wissenschaftlichen Forschung entspricht. Im Einklang mit dieser Sichtweise hat der Verwaltungsrat geurteilt, dass die Zusammenarbeit mit dem Konfuzius-Institut nicht länger der aktuellen Zielrichtung entspricht und deshalb nicht verlängert wird.“, sagte die VUB-Rektorin Caroline Pauwels gegenüber der belgischen Nachrichtenagentur Belga dazu.

Gegenüber der Redaktion von De Morgen gab Rektorin Pauwels weiter an, dass diese Entscheidung mit der chinesischen Botschaft in Brüssel abgestimmt worden sei und dass dem auch Probleme mit der Einhaltung der Menschenrechte in China zugrunde liegen würden. Allerdings sei dies keine Entscheidung gegen Kooperationen mit anderen chinesischen Einrichtungen. In Belgien haben vier weitere Bildungseinrichtungen Verträge zur Zusammenarbeit mit dem Konfuzius-Institut. In wie fern dies durch den VUB-Beschluss beeinflusst wird, ist unklar. 

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