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Oosterweel in Antwerpen: Stand der Dinge - Straßenverkehr

Die Oosterweel-Verbindung soll in und um Antwerpen dafür sorgen, dass das ewige Stauproblem auf Dauer gelöst werden kann. Diese Verbindung ist ein riesiges Bauprojekt, dass den Ring um Antwerpen schließen soll, den Schwerlastverkehr aus der Hafenmetropole herausholen soll und dass die Schiene dazu nutzen soll, allen hier genannten Problemen und Lösungen eine Alternative bieten muss. Wie steht es um dieses Megaprojekt? Teil 1: Straßenverkehr.

Eines vorweg: Die Oosterweel-Verbindung in Antwerpen wird nicht schon 2025 fertig, sondern stufenweise erst bis 2030, wie die flämische Wirtschaftszeitung De Tijd dazu schreibt. Sie beruft sich dabei auf Zahlen des belgischen Rechnungshofes. Doch der Verkehrsexperte unseres Hauses VRT, Hajo Beeckman sieht die Sache nicht so dramatisch: „Ein Teil der Verkehrsprobleme wird auch bereits bis 2027 gelöst werden können.“

Die Diskussion um die Oosterweel-Verbindung dauert bereits seit rund 28 Jahren und soll die Verkehrsprobleme in und um Antwerpen herum lösen, die sich am Kennedy-Tunnel unter der Schelde hindurch schier unlösbar konzentrieren und sich von dort aus ausweiten und dies tagtäglich (140.500 bis 160.000 Fahrzeuge täglich, wovon 26.000 Fahrzeuge Lastwagen sind). Dieser Tunnel wurde ursprünglich für die Durchfahrt von 65.000 Autos pro Tag konzipiert. Der zweite Scheldetunnel von Antwerpen, der Liefkenshoek-Tunnel, stößt ebenfalls an seine Grenzen und ist nur für 40.000 Fahrzeuge am Tag gebaut, was ebenfalls um ein Mehrfaches überschritten wird.

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Der Kennedy-Tunnel

18 einzelne Bauprojekte, wovon 5 Großprojekte sind

Konkret sieht das Projekt vor, eine Autobahn-ähnliche Verbindung zwischen der E34 und der E17 am linken Scheldeufer bei Zwijndrecht mit der R1 am Sportpalast im Stadtteil Deurne am rechten Scheldeufer zu schaffen, um damit den Antwerpener Ring zu schließen. Hierzu wird ein neuer Scheldetunnel gegraben, der sogenannte Oosterweel-Tunnel für dessen Nutzung eine Gebühr gezahlt werden soll (um das Projekt finanzieren zu helfen). Weitere Tunnel, darunter auch ein Bahntunnel, entstehen unter dem Albertkanal, um den Antwerpener Ring auf Höhe der Ortsteile Merksem und Deurne anzubinden.

Insgesamt umfasst das Bauprojekt 18 einzelne Projekte, die auch dabei dienlich sein sollen, die Anwohner zu entlasten. Deshalb wurde in Zusammenarbeit mit einigen Bürgerinitiativen beschlossen, einen Teil des Antwerpener Rings zu überkappen. Dies soll für mehr Lebensqualität sorgen und bringt einige zusätzliche Grünzonen mit sich. Das Budget wurde inzwischen auf rund 5 Mia. € angehoben (bisher war von 3,6 Mia. € die Rede), wovon 1,25 Mia. € für die Maßnahmen in Sachen Lebensqualität vorgesehen sind (bisher 1,2 Mia. €). Der erste Spatenstich wurde 2018 gesetzt und die Europäische Investitionsbank steht für einen Kredit von 1 Mia. € gerade.

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Eines der größten Bauprojekte in Europa

Dass das Timing für die Oosterweel-Verbindung in Sachen Straßenverkehr bis 2025 nicht gehalten werden kann, ist wohl verständlich, denn dies ist eines der derzeit größten Verkehrsprojekte in Europa und es ist mit enormen und umfassenden Tunnelbohrungen verbunden. Eines soll jetzt aber gewährleistet sein: der Oosterweel-Tunnel unter der Schelde an sich soll bis 2025 fertig sein und an den bestehenden Ring angeschlossen werden können.

Die nördliche Anbindung in Richtung Breda bzw. niederländische Grenze soll 2027 fertig und nutzbar sein. Doch der südliche Abschnitt in Richtung Inland bzw. Hasselt in der Provinz Limburg und Lüttich bzw. deutsche Grenze soll erst im Zeitraum 2027 bis 2030 abgeschlossen werden können. Hier muss der Projektleiter, das Konsortium Lantis (ehemals BAM) noch Bauanträge und Umweltverträglichkeitsstudien in Auftrag geben und es müssen noch Bauunternehmen dazu gewonnen werden, so De Tijd in diesen Tagen. 

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