Nicolas Maeterlinck

Der Brüsseler "Ommegang" ist UNESCO-Kulturerbe der Menschheit

Die UNESCO hat das alljährlich stattfindende Brüsseler Renaissance-Spektakel „Ommegang“ am Mittwoch in die Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit aufgenommen. Dieses farbenfrohe Spektakel erzählt die Geschichte der Ankunft von Filips II. von Spanien, dem Sohn von Kaiser Karel V. und diesem Kaiser selbst in Brüssel im Jahr 1549.

Die UNESCO nimmt den „Ommegang“ in seine Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit auf, weil er eine lokale Identität nach außen trägt und weil er die sozialen Bindungen zwischen allen Brüsselern verstärkt. „Wir sind stolz auf diese Anerkennung", sagte Paul Le Grand, der Präsident der veranstaltenden Vereinigung Ommegang Brussels Events, dazu in einer Pressemitteilung am Mittwoch. Der „Ommegang“ positioniere Brüssel, die Hauptstadt-Region und ganz Belgien international als kulturelle Referenz, so Le Grand weiter.

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Als ebenso stolz erwies sich Brüssels Ministerpräsident Rudy Vervoort (PS): „Mehrere Kulturerbe-Vereinigungen sind seit 10 Jahren gemeinsam mit der regionalen Verwaltung urban.brussels an dieser Akte dran.“ Der Versuch, den „Ommegang“ als UNESCO-Kulturerbe anerkennen zu lassen, ist der erste Vorgang seiner Art, den die Region Brüssel-Hauptstadt seit ihrer regionalen Eigenständigkeit in der vorliegenden Form.

Der „Ommegang“ findet jedes Jahr in der ersten Juliwoche statt. Seit 1930 erinnert die Stadt Brüssel an die große Ehre, die Kaiser Karl V. und dessen Sohn Filips II. den Brüsselern im Jahr 1549 mit ihrem Besuch erwiesen. 

Der Ommegang trägt die lokale Identität Brüssels nach außen und verstärkt die sozialen Bindungen zwischen allen Brüsselern.“

Aus der Begründung der UNESCO-Kulturerbe-Verantwortlichen

Das farbenfrohe Renassance-Spektakel im historischen Zentrum der Hauptstadt und am Großen Markt ist die jährliche Rekonstruktion dieses „Ommegang“. Ein Festzug mit Musik und hunderten in entsprechenden Gewändern verkleideten Teilnehmern sammelt sich an der Zavel und begibt sich von dort aus zum Großen Markt, wo ein Schauspiel unter freiem Himmel die Ereignisse von damals erzählt.

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Am „Ommegang“ nehmen jedes Jahr rund 1.400 Teilnehmer teil. Darunter sind auch etwa 180 Vertreter der Aristokratie und fast 50 folkloristische Vereinigungen aus ganz Belgien. Fahnenschwenker, Pferdegruppen, Musikkapellen, Nachbauten von historischen Kutschen und Fanfaren sowie in unserem Land traditionsreiche Riesenfiguren runden das Ereignis ab.

Dem Umzug in Richtung Großer Markt folgen oder schauen jedes Jahr schätzungsweise zwischen 15.000 und 20.000 Menschen zu. Unter den Gästen des Freiluftspektakels auf dem Großen Markt von Brüssel sind immer viele ausländische Touristen, aber auch viele Landsleute und Brüsseler. Die nächste Ausgabe ist für den 1. und den 3. Juli 2020 geplant. Dieser UNESCO-Titel sieht keine finanzielle Förderung vor, ist also nicht mit Geld verbunden, sondern vielmehr mit einer weltweiten Sichtbarkeit dieses Spektakels. 

Nicolas Maeterlinck

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