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EU-Gipfel: Greenpeace-Aktion sorgt kurz für Chaos und führt zu Festnahmen

Die Brüsseler Polizei hat am Donnerstagmorgen am Sitz des Europäischen Rates 50 Personen bei einer Aktion der Umweltorganisation Greenpeace verhaftet. Die Aktion führte Greenpeace anlässlich des derzeit in Brüssel stattfindenden EU-Gipfels durch. Bei dem Gipfel wird unter anderem der am Mittwoch von der Europäischen Kommission vorgestellte Green Deal besprochen. Der Umweltorganisation gehen die neu gesetzten europäischen Klimaziele noch nicht weit genug.

Die Polizeisprecherin Ilse Van de keere bestätigte die Festnahmen. Wegen des Einsatzes von Bengalischem Feuer wird auch ein offizieller Bericht an die Brüsseler Staatsanwaltschaft geschickt.

An dem Protest am Donnerstagmorgen waren zwei Gruppen von Greenpeace-Aktivisten beteiligt. Eine Gruppe von 21 Personen protestierte mit kleinen Bannern vor der Schwelle gegenüber des Hauptsitzes des Europäischen Rates. Sie wurden als Erste von der Polizei festgenommen. Anschließend führte die Polizei auch 29 Personen ab, die die Fassade des Gebäudes hinaufgeklettert waren, um große Banner zu enthüllen, auf denen Feuer aufgedruckt war. Die Demonstranten müssen mit einem Bußgeld rechnen.

Es ist erstaunlich, dass die Demonstranten so ohne weiteres auf die Fassade klettern konnten, da diese normalerweise gut bewacht wird. Zunächst war die Rede davon, dass die Versammlung der Staats- und Regierungschefs im Gebäude daneben stattfinden würde, doch inzwischen sind die Demonstranten weg und der Gipfel findet wie üblich im Ratsgebäude statt.

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Die Klimaziele der Europäischen Kommission sind für 2050 festgelegt (Klimaneutralität), aber die Umweltorganisation fordert die EU auf, die Emissionen bis 2030 um mindestens 65 % zu reduzieren (im Green Deal der Kommission stehen 50-55%). Laut einem aktuellen Bericht von Climate Action Tracker würde der europäische Green Deal immer noch zu einer globalen Erwärmung von 3 Grad führen.

"Unser Haus, der Planet, steht in Flammen, und dennoch tun unsere Politiker nichts, um das Feuer zu löschen", so Joeri Thijs von Greenpeace Belgien.

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