Flämische Städte fordern vom polnischen Botschafter in Brüssel ein Ende der LGBT-freien Zonen

Die Städte Löwen in Flämisch-Brabant, Gent in Ostflandern und Brügge in Westflandern haben den polnischen Botschafter in Brüssel zum Rapport gerufen. Ende November hatten mehrere Städte und Gemeinden in Polen angekündigt, Zonen anzudeuten, in denen Schwule, Lesben oder Transgender nicht willkommen seien. Die drei flämischen Städte äußerten sich dazu schockiert.

In den vergangenen Wochen zeigte sich, dass die polnische Regierung Kommunen und Provinzen dazu ermutigte, LGBT-freie Zonen einzurichten. Daraufhin haben bis jetzt 87 Gemeinden, Regionen und Provinzen ihre Gesetze und Regelungen entsprechend angepasst und einige davon haben sich selbst sogar „holebi- und transfrei“ erklärt. Inzwischen haben auch Gastronomiebetriebe und Hotels an ihren Eingängen Sticker angebracht, die sagen, dass Schwule, Lesben oder Transsexuelle dort nicht willkommen sind. Offiziell sind die LGBT’s in Polen nicht verboten und sie werden auch nicht verfolgt, doch es wird dort immer deutlicher, dass sie immer wenige willkommen sind.

Die drei Städte wollen gehört werden

Die Stadträte von Brügge, Löwen und Gent zeigten sich angesichts des Verhaltens der polnischen Städte und Gemeinden entsetzt. Löwens Schöffin für Chancengleichheit, Lies Corneille von den flämischen Grünen (Groen), sagte zu der Initiative ihrer Stadt und von Gent und Brügge gegenüber VRT NWS: „Wir als Städte, die die Menschenrechte und damit auch die der Holebi’s hochhalten, finden es wichtig, gehört zu werden. Wir wollen nicht nur darüber wachen, dass unsere eigenen Einwohner sich selbst sein dürfen. Wir halten es auch für unsere Pflicht, uns hören zu lassen, wenn das in anderen Städten nicht so ist.“

Gefordert wird ein Ende dieser Menschenrechtsverletzungen

Aus diesem Grunde, so Corneille, fordern Löwen, Gent und Brügge von polnischen Botschafter in Belgien, dass er etwas gegen die Vorgänge in seinem Land unternimmt. Die drei Städte, die dem polnischen Botschafter jetzt ein entsprechendes Schreiben zukommen lassen werden, hoffen, dass sich auch andere Städte in ganz Europa ihrer Initiative anschließen. Die drei flämischen Städte, die hier die Initiative ergreifen, sind übrigens Mitglied im europäischen Städtebund „Rainbow Cities Network“.

Die Löwener Schöffin für Chancengleichheit setzt in diese Initiative große Erwartungen: „Wir hoffen, dass auch viele andere europäische Städte darauf reagieren und dass der dadurch entstehende Druck in Polen für Diskussionen sorgen wird. Wir hoffen, dass diese Menschenrechtsverletzungen mit ihren LGBT-freien Zonen und mit ihren Stickern an den Cafés ein Ende finden.“