Vaterschaftsklage von Delphine Boël: Die DNA von Ex-König Albert darf bekanntgegeben werden

Der Kassationshof in Brüssel hat die Vaterschaftsklage von Delphine Boël in eine neue Runde gebracht. Belgiens früherer Monarch, König Albert II. konnte juristisch nicht vermeiden, dass seine DNA in diesem Verfahren genutzt werden darf, sprich, dass sie an die Öffentlichkeit gelangt. Seit Jahren schon versucht Boël zu erreichen, offiziell zu erfahren, dass Ex-König Albert ihr leiblicher Vater ist.

König Albert II. war vor den Kassationshof gezogen, im zwei Urteile des Brüsseler Berufungsgerichts annullieren zu lassen, nach denen Jacques Boël nicht der leibliche Vater der Klägerin ist und dass er selbst eine DNA-Probe abgeben muss. Lange hatte sich der belgische Ex-Monarch sogar geweigert, eine DNA-Probe überhaupt abzugeben. Doch die Androhung eines Zwangsgeldes über 5.000 € pro Tag, an dem er sich diesem Vorgang weiter verweigert, brachte ihn dazu, diesen Schritt doch zu tun. 

Geheimnis?

Bis jetzt aber blieb das Resultat dieser DNA-Untersuchung ein gut bewahrtes Geheimnis. So lange der Kassationshof kein Urteil gefällt hatte, das die Freigabe dieser Angaben ermöglicht, durfte das Ergebnis weder genutzt, noch bekanntgegeben werden. Das ändert sich aber jetzt, denn es sind so gut wie alle juristischen Mittel und Wege ausgeschöpft.

Jetzt geht der Vorgang wieder zum Berufungshof zurück, der sich mit dem Resultat der DNA-Probe des Ex-Monarchen befassen muss, um feststellen zu können, ob Albert II. Delphine Boëls leiblicher Vater ist oder nicht. Damit steht ein Ende dieser Soap rund um das am schlechtesten bewahre Geheimnis des Landes wohl bevor. Allerdings ist noch nicht bekannt, wann dieser Vorgang weiter und schlussendlich wieder auf der Tagesordnung steht. 

Eine lange Geschichte…

Schon seit mehr als sechs Jahren versucht Delphine Boël auf gerichtlichem Wege feststellen zu lassen, ob Albert II., dessen königliche Immunität mit seinen Abtritt im Jahr 2013 aufgehoben wurde, ihr leiblicher Vater ist. Der schwerreiche belgische Industrielle Jacques Boël ist jedenfalls nicht ihr Vater, wie nach dem Resultat eines DNA-Tests deutlich wurde.

Delphine Boëls Mutter, Sybille de Sélys Longchamps, hat stets behauptet, dass sie zwischen 1966 und 1984 eine Affäre mit dem damaligen Prinzen Albert hatte und dass aus dieser Beziehung 1968 deren gemeinsame Tochter Delphine geboren wurde. Jacques Boël, der Ehemann von Sybille de Sélys Longchamps, hatte Delphine anerkannt und sich um sie wie ein leiblicher Vater gekümmert. Er jedoch hat sich niemals öffentlich zu diesem Thema geäußert.