Belgien liegt weit hinter seinen Zielen für erneuerbare Energien zurück

Mit den von den Regionen erstellten Klimaplänen liegt Belgien bei den Ziele für erneuerbare Energien für 2030 noch weiter zurück als erwartet. Das geht aus neuen Prognosen des Planungsbüros hervor, die die Zeitung De Tijd konsultieren konnte.

Die Europäische Kommission verlangt von Belgien, den Anteil der erneuerbaren Energien bis 2030 auf 25% der erzeugten Energie zu erhöhen. Nach den neuesten Zahlen würde das Land jedoch kaum 17,4% erreichen und damit die bisherige Prognose von 18,3% sogar noch unterschreiten.

Diese Änderung der Prognose wurde vorgenommen, nachdem Flandern seine Voraussichten für den Gesamtenergieverbrauch aufgrund einer Reihe großer Investitionen im Hafen von Antwerpen erhöht hatte. Auch die Berechnungen zur Energieeinsparung für Gebäude und Verkehr wurden angepasst. Dadurch sinkt der Anteil der erneuerbaren Energien im Norden des Landes von 11,2 auf 10,3%.

Brüssel rechnet mit 3,2%, während Wallonien einen Anteil von 23,5% an erneuerbaren Energien bis 2030 anstrebt.

Hintergrundinfo zu den Energiezielen

Auf europäischer Ebene wurde das Ziel von 32% erneuerbarer Energie am Gesamtenergieverbrauch für 2030 festgelegt. Für jeden Mitgliedstaat wurden keine konkreten Ziele festgelegt. Jedes Land muss jedoch im Rahmen seines Energieklimaplans Verpflichtungen eingehen, welchen Beitrag es leisten kann, damit die Europäische Union dieses 32%-Ziel erreichen kann. Die 'Governance-Verordnung' sieht einen Mechanismus vor, um sicherzustellen, dass "schwarze Schafe" vermieden werden und dass alle Mitgliedstaaten Anstrengungen zur Förderung erneuerbarer Energien unternehmen.

Wenn die Kommission nach der Analyse der nationalen Energieklimapläne (Entwürfe) im Jahr 2019 feststellen sollte, dass das europäische Ziel nicht erreicht wird, kann sie die Länder, die zu wenig dazu beitragen, zur Verantwortung ziehen. Um zu wissen, um welche Länder es sich handelt, sieht die 'Governance-Verordnung' eine Formel vor, die ein Minimum für jeden Mitgliedstaat festlegt. Für Belgien beträgt das Minimum bis 2030 25%, heißt es im Klimaplan 2030 der Region Brüssel-Hauptstadt.

Jede Region in Belgien legt seine eigenen Massnahmen und  Ziele in einem Klimplan dar, die es in die Version des belgischen Energie-Klimaplans 2030 aufgenommen sehen will. Der belgische Klimaplan muss der EU bis Ende 2019 vorgelegt werden. 

Aus dem Green Deal, der am Mittwoch von der Europäischen Kommission vorgestellt wurde, geht hervor, dass die Kommission bis 2021 plant, alle relevanten europäischen Rechtsvorschriften zu überprüfen und sie gegebenenfalls an die neuen Klimaziele (Europa soll bis 2050 klimaneutral werden) anzupassen, z.B. auch in den Bereichen Energieeffizienz und erneuerbare Energien.

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