Belgien schließt sich Koalition für strenge Regeln bei internationalen Kohlenstoffmärkten an

Eine Gruppe von Ländern, darunter Belgien, hat sich auf der Klimakonferenz der Vereinten Nationen in Madrid (COP25) einem Plädoyer für strenge Regeln hinsichtlich der Einführung globaler Kohlenstoffmärkte angeschlossen.

Diese Marktmechanismen für den Emissionshandel bilden Artikel 6 des Pariser Klimaabkommens. Artikel 6 erlaubt den Vertragsstaaten, bei der „Umsetzung ihrer nationalen Beiträge zu kooperieren“.  Dieses hochtechnische Thema wird derzeit auf der Madrider Klimakonferenz diskutiert.

Auf der einen Seite gibt es Länder, die verhindern wollen, dass solche Kohlenstoffmärkte die Bemühungen zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen beeinträchtigen. Auf der anderen Seite stehen Länder, die das lockerer sehen.

Auf Initiative des mittelamerikanischen Landes Costa Rica wurde eine Erklärung ausgearbeitet: die so genannten "San-Jose-Prinzipien für mehr Ehrgeiz und Integrität der internationalen Kohlenstoffmärkte". Die Idee hinter diesem Text ist, "dass die Verhandlungen nicht zu einem Artikel 6 führen, der vom Pariser Abkommen abweicht", fasste der Brüsseler Minister für Klimawandel und Umwelt, Alain Maron, zusammen. Er war als letzter belgischer Minister an diesem Samstag in Madrid anwesend. Ihm zufolge sei der heutige, von der chilenischen COP-Präsidentschaft zu Artikel 6 auf den Tisch gelegte Entwurf "unausgewogen" und nicht angemessen, weil "es zu viele Löcher im Sieb gibt".

Neben Costa Rica unterzeichneten z.B. auch die Schweiz, Kolumbien, die Marshallinseln, Deutschland, Schweden, Österreich, Neuseeland, die Niederlande und Norwegen den Text. Belgien schloss sich dieser Koalition an – dieses Mal war Flandern nicht dagegen.

Zuvor hatte Belgien auf dem COP 25-Gipfel die Forderung der „High Ambition Coalition“ nach ehrgeizigeren Klimazielen nicht unterschreiben können, weil sich die drei Regionen uneinig waren. Flandern hatte es abgelehnt, sich diesem Aufruf anzuschließen.

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