Molenbeek verbietet muslimischen Prediger, der wegen Hassreden bekannt wurde

Der als Hass-Prediger bekannte Jean-Louis Denis darf einen Monat lang nicht mehr die Gemeinde Molenbeek in Brüssel betreten. Das schreibt die französischsprachige Zeitung La Dernière Heure und wird von Molenbeeks Bürgermeisterin Cathérine Moureaux (PS) bestätigt. Die Bürgermeisterin traf diese Entscheidung, weil Denis dort mehrmals in Jugendkreisen gesehen wurde. Ihrer Meinung nach sei Denis immer noch als Hassprediger aktiv. Denis war 5 Jahre wegen der Verbreitung dschihadistischer Propaganda im Gefängnis. Er lebt in Londerzeel, Flämisch-Brabant.

Jean-Louis Denis ist 45 Jahre alt und lebt in der flämischen Stadt Londerzeel, seit er Ende letzten Jahres das Gefängnis verlassen hat. Er war nach einer Verurteilung wegen der Verbreitung dschihadistischer Propaganda 5 Jahre lang im Gefängnis von Ittre. Nach Ansicht des Gerichts hat er junge Brüsseler Muslime indoktriniert und über eine 'Tafel' (Verteilung von Lebensmitteln) rekrutiert, um in Syrien zu kämpfen. Denis war im Deradex-Flügel eingesperrt, wo der Schwerpunkt auf der Deradikalisierung der Gefangenen liegt.

Doch nicht jeder ist davon überzeugt, dass es dem Gefängnis gelungen ist, Denis zu entradikalisieren. Nadia Sminate, ehemalige N-VA-Bürgermeisterin von Londerzeel, wo er sich nach seinem Gefängnisaufenthalt niederließ, betonte: "Ich höre von den verschiedenen Sicherheitsdiensten, dass Denis, falls das überhaupt möglich ist, noch radikaler ist als damals, als er in Gewahrsam genommen wurde. Das beunruhigt mich", so Sminate.

Mit Denis‘ Entlassung aus dem Gefängnis waren zwar keine Auflagen mehr verbunden, aber er stand seither unter Beobachtung. Dies geschieht zum einen durch die so genannte "Lokale Task Force", die lokale juristische Konsultationsplattform, und den so genannten "Lokalen integralen Sicherheitsdienst", ein Konsultationsdienst zur Bekämpfung der Radikalisierung auf lokaler Ebene.

Vor kurzem wurde Denis in der Brüsseler Gemeinde Molenbeek gesehen, zum Leidwesen der dortigen Bürgermeisterin Cathèrine Moureaux (PS). Denis ist dort nicht unbekannt. Er wurde 2012 während der Unruhen verhaftet, nach einem Vorfall mit einer Frau, die sich weigerte, ihren Nikab abzunehmen, als die Polizei sie darum bat. Jetzt ist er wieder in der Gemeinde gesehen worden. Laut Bürgermeisterin in Jugendkreisen. Um die Jugend zu schützen, darf er seit einem Monat keinen Fuß mehr auf den Boden von Molenbeek setzen, heißt es. Nächste Woche darf sich Denis gegen diesen Entschluss verteidigen. Nach Angaben der Bürgermeisterin mache sich Denis immer noch wegen Aufruhr und Hassreden schuldig. In einem Monat kann sie die Situation neu bewerten und entscheiden, ob eine Verlängerung erforderlich ist.

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