Nicolas Maeterlinck

Flanderns Wohlfahrtsminister kürzt im Bereich Gesundheitsprävention

Flanderns Wohlfahrtsminister Wouter Beke (Foto) von den flämischen Christdemokraten CD&V streicht ab 2020 innerhalb der präventiven Gesundheitsvorsorge. Einige große und wichtige Einrichtungen in diesem Sektor stellen fest, dass ihre Funktionsmittel erheblich sinken. Damit folgt nach der Kultur, dem soziokulturellen Sektor und dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk ein weiterer Bereich, der die Sparwut der flämischen Landesregierung zu spüren bekommt.

Wohlfahrtsminister Wouter Beke (CD&V) trifft mit seinem Rotstift z.B. die flämische Einrichtung für Aidsprävention, Sensoa, das Selbstmordtelefon, das flämische Institut für gesundes Leben, das flämische Fachzentrum für Alkoholprävention, einige Einrichtungen, die sich mit Drogenprävention befassen und auch das Institut für tropische Medizin. Diese und andere ähnliche Einrichtungen und Initiativen erhalten ab dem 1. 1. 2020 weniger Zuschüsse und damit auch weniger Funktionsmittel.

Im Durchschnitt liegen die Streichungen um Bereich von 6 % weniger Mittel, doch einige Einrichtungen, wie das Selbstmordtelefon, müssen ab dem kommenden Jahr mit 13 % weniger Zuschüssen auskommen. „Das tut weh, vor allem in einem Sektor, der sowieso jeden Cent umdrehen muss.“, so Kirsten Pauwels vom Selbstmordtelefon gegenüber VRT NWS. Diese Einrichtung muss 2020 mit 5.000 € weniger auskommen.

Das tut weh, vor allem in einem Sektor, der sowieso jeden Cent umdrehen muss.“,

Kirsten Pauwels vom flämischen Selbstmordtelefon

Bei anderen und größeren Einrichtungen und Initiativen liegen die gestrichenen Summen noch höher: 320.000 € weniger erhält z.B. das flämische Institut für gesundes Leben. Senseo und die Präventionseinrichtungen gegen Drogen und Alkohol sehen ihre Zuschüsse bereits seit mehreren Jahren um jährlich bis zu 200.000 € sinken, was auch jetzt wieder der Fall sein wird.

Die neuerlichen Zuschussstreichungen seien kontraproduktiv, sagte Boris Cruyssaert von Sensoa dazu: „Es ist schon öfter bewiesen worden, dass unsere Arbeit eine positive Rolle auf Ebene des Gesundheitswesens spielt. Unsere Arbeit stellt auch einen reinen finanziellen Gewinn dar, weil wir einigen Entwicklungen zuvorkommen, die später im Gesundheits- und Pflegebereich sehr teuer werden können. Also ist dies eine kontraproduktive Maßnahme. Wie wir an diese neuer Entwicklung herangehen müssen, wird sich noch zeigen.“