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24 Stunden Bahnstreik in Belgien - Jeder dritte Zug fährt

Der seit Mittwochabend um 22 Uhr laufende Streik der Bahnarbeitergewerkschaften läuft, doch das gesetzlich verpflichtete Mindestangebot der der belgischen Eisenbahngesellschaft NMBS/SNCB funktioniert ebenfalls. Etwa jeder dritte Reisezug fährt und jeder zweite IC-Zug ist dabei unterwegs. Eine Schlichtung im Tarifstreit bei der Bahn brachte keine Einigung und damit wird die Streikankündigung umgesetzt. Bei dem Konflikt geht es um das Sozial- und Tarifabkommen für die nächsten zwei Jahre.

Bis in die Mittagsstunden hinein war etwa jeder dritte Zug unterwegs. Jeder zweite IC fährt und auch die meisten S-Bahn-Züge rund um Brüssel bleiben im Fahrplan. In ländlichen Regionen allerdings werden bei weitem nicht alle Linien und Bahnhöfe bedient und auch die P-Züge, die zu den Stoßzeiten am Morgen und am Abend für die Berufspendler unterwegs sind, fallen aus. Inzwischen wurde auch deutlich, dass so gut wie alle internationalen Züge (Thalys, ICE, IC in Richtung Niederlande und Frankreich, Eurostar) von dem Streik nur unwesentlich betroffen sind. Hier wurden nur wenige Verbindungen gestrichen, bzw. fallen aus.

Die beiden Gewerkschaften ACOD Spoor (sozialistisch) und VSOA Spoor (liberal) fordern im Zuge der Tarifverhandlungen für das Sozialabkommen für die Jahre 2020-2022 eine Erhöhung der Löhne und Gehälter um 1,1 %, zusätzliche Anwerbungen von neuen festangestellten Mitarbeitern, den Abbau der Gehaltsunterschiede zwischen Arbeitern und Angestellten sowie festangestellten und vertraglichen Mitarbeitern und auch die Beibehaltung der 36-Stunden-Woche. HR Rail, der Personaldienst der NMBS/SNCB, plant die Wiedereinführung der 38-Stunden-Woche, was die Gewerkschaften kategorisch ablehnen.

Der Streik findet übrigens ohne die christliche Bahnarbeitergewerkschaft ACV Transcom statt, die sich dem Streik nicht anschloss, da sie bisher auf weitere Verhandlungsergebnisse bzw. auf die Schlichtungsrunde setzt. Der Streik stellt eine 24-stündige Arbeitsniederlegung dar, die am Mittwochabend begann und bis 22 Uhr am Donnerstag dauern wird. Da die Mitglieder der ACV Transcom an diesem Tag nicht mitstreikt, fällt das Zugangebot etwas größer aus, als bei einem verpflichteten Mindestangebot. Doch Bahnreisende sollten sich vorher gut informieren, ob ihre Züge fahren oder nicht. Dabei helfen die Webseiten der Bahn und die App für Handys und Smartphones, die sehr aktuell sind.