Umfassende Aktion gegen Schleuser und Transitmigranten im Raum Antwerpen

Belgiens Polizei, die Justiz, die Einwanderungsbehörde und die flämische Nahverkehrsgesellschaft haben in der Nacht zum Donnerstag eine umfassende Aktion gegen Menschenschmuggler und Schleuser durchgeführt. Diese Aktion fand in der Umgebung von Antwerpen statt, von wo aus sich Transitmigranten auf dem Weg auf die britischen Inseln in Richtung LKW-Rastplätzen an Autobahnen bewegen.

Der Fokus dieser Aktion lag bei den Straßenbahnen von De Lijn, die die Transitmigranten nehmen, um sich von Antwerpener Zentralbahnhof bzw. vom Bahnhof Berchem aus zu den Autobahnrastplätzen von Ranst an der E313 zu bewegen.

Es wurden bei den Kontrollen am Endpunkt mehrerer Straßenbahnlinien am Park & Ride-Parking in Wommelgem, am Shopping-Center von Wijnegem und an einer Stelle unweit der E313 in der vergangenen Nacht "nur" 25 Transitmigranten angehalten (Personen aus Guinea und Eritrea), doch solche Kontrollen seien wichtig, so Jean-Claude Gunst von der Bundespolizei in Antwerpen:

"Ziel solcher Aktionen ist, über die festgenommenen Transitmigranten an die Hintermänner ran zu kommen, die damit viel Geld verdienen. Die wollen wir haben. Dazu haben wir die Informationen nötig, die wir mündlich von den Migranten bekommen oder die wir Dokumenten entnehmen können, die sie bei sich haben. Auch durch das Auslesen ihrer Mobiltelefone können wir an nützliche Informationen kommen."

Belgiens geschäftsführender Innenminister Pieter De Crem (CD&V - Foto oben im Bus), der bei der Aktion zugegen war, sagte das derartige Aktionen notwendig seien: "Wir führen jetzt permanent Aktionen gegen Schleuser durch. Das ist eines der wichtigsten Vorhaben im globalen Polizeiauftrag." Die Polizei hat einen Teil ihrer Aktionen gegen den Menschenschmuggel auf die öffentlichen Verkehrsmittel verlegt, denn dies ist deutlich weniger gefährlich für alle Beteiligten, als Razzien an Autobahnparkplätzen, wo es in der Vergangenheit öfter zu schweren Unfällen und zu Gewaltausbrüchen gekommen war.