EU-Kommission: Booking.com muss ehrlicher kommunizieren

Booking.com, die größte Webseite für Online-Hotelbuchungen, wird in Zukunft ehrlicher über ihre Angebote kommunizieren. Das ist das Ergebnis einer Vereinbarung des Unternehmens mit dem Europäischen Kommissar für Justiz und Verbraucher, Didier Reynders und nationalen Verbraucherorganisationen.

Bislang hat Booking.com Tricks benutzt, um Leute dazu zu bringen, schnell ein Zimmer zu buchen. Das sei jedoch künftig nicht mehr erlaubt, betonte EU-Kommissar Didier Reynders an diesem Freitagmorgen im VRT-Radio.

„Manchmal wird Druck gemacht, um schnell zu reservieren. Es wird gesagt, dass fast kein Platz mehr im Hotel sei. In Wahrheit ist nur kein Kontingent mehr auf der Webseite Booking.com. Es ist also noch möglich, im selben Hotel über andere Webseiten ein Zimmer zu reservieren oder direkt über das Hotel“, so Reynders.  

Die Webseite hat nun sechs Monate Zeit, um sich den Vereinbarungen anzupassen. Nach Rücksprache mit der Europäischen Kommission und den nationalen Verbraucherschutzbehörden (CPC), unter der Leitung der niederländischen Behörde für Verbraucher und Märkte (ACM), wird Booking.com die Anpassungen vornehmen. Das Unternehmen verspricht, die europäische Verbrauchergesetzgebung einzuhalten und bis zum 16. Juni 2020 alles in Ordnung zu bringen. Es wird also in der Kommunikation über Angebote, Promotionen und Hotelpreise ehrlicher sein. Die Verbraucherbehörden werden dann im nächsten Jahr überprüfen, ob Booking.com alle Verpflichtungen eingehalten hat.

Das Unternehmen Booking.com plädiert unterdessen aber auch für eine klare Gesetzgebung, die für die gesamte Branche gelten müsse. "Booking hat freiwillig mit den Verbraucherbehörden und der Europäischen Kommission zusammengearbeitet, um proaktiv eine Reihe von Verpflichtungen einzugehen, von denen wir glauben, dass sie den Verbrauchern zugute kommen können", so ein Sprecher, "aber letztendlich glaubt Booking.com an eine klare Gesetzgebung und Standards, die für jeden in der Branche gelten, so dass es gleiche Wettbewerbsbedingungen mit einheitlichen Standards für die Verbraucher gibt."

Reynders betonte seinerseits in einem Pressebericht, dass die Europäische Kommission und die nationalen Verbraucherorganisationen "weiterhin alle Online-Reiseplattformen überwachen werden, um ein faires Online-Umfeld für die Verbraucher zu gewährleisten".