Flämisches Expertisezentrum für Kindesmisshandlung protestiert gegen die Einsparungen von Minister Beke

„Nicht weniger, sondern gerade mehr Geld ist notwendig, um allen misshandelten Kindern zu helfen“, sagt das flämische Expertisezentrum für Kindesmisshandlung in einer Reaktion auf die geplanten Einsparungen des zuständigen Landesministers Wouter Beke (CD&V). Der Christdemokrat pflichtet dem Zentrum bei, wendet jedoch ein, dass die Basismittel für die Arbeit des Expertisezentrums in den vergangenen Jahren bereits gestiegen sind.

Vergangene Woche wurde bekannt, dass die Vertrauenszentren für Kindesmisshandlung in Flandern 92.000 Euro von ihrem Budget einsparen müssen.

Nach scharfer Kritik hatte Minister Beke die Einsparungen in Höhe von 2,3 Millionen Euro bei der geistigen Gesundheitsvorsorge in der vergangenen Woche wieder rückgängig gemacht. Weil die Arbeit der Vertrauenscentren nicht unter die geistige Gesundheitsvorsorge fällt, soll bei diesen der Rotstift dennoch angesetzt werden. 

6 Vertrauenszentren in Flandern

Flandern betreibt ein Vertrauenszentrum in jeder Provinz und in Brüssel. Daneben wurden auch Antennen in Mechelen und Turnhout errichtet. Dort können betroffene Helfer  und Bürger Fälle von Kindesmisshandlung melden und Unterstützung finden. Jede Woche werden 130 Kinder (Einzelfälle) angemeldet. Das sind 26 Kinder pro Tag.

Das Expertisezentrum bedauert, dass Kindesmisshandlung unterschätzt wird und es infolge der Einsparungen bis zu zwei Mitarbeiter weniger einsetzen kann: „Dabei sind 26 Kinder pro Tag nur die Spitze des Eisbergs“, sagt Erik Van Dooren, Vorsitzender: „Weniger Mittel heißt, dass wir noch weniger tun können. (…) Es geht hier nicht um die Stellen und Mitarbeiter, sondern um die Kinder, die wir nicht erreichen und die unsere Hilfe brauchen.“

„Optimierung der bestehenden Mittel“

Der Minister wies daraufhin, dass die Basismittel in den letzten Jahren um 20 % gestiegen sind: 2019 allein um 150.000 Euro: „Wir haben die Vertrauenszentren gefragt, Ihre Betriebsausgaben um 1,3 % zu straffen und effizienter zu arbeiten.“ 

2020 will Wouter Beke zusätzliche Mittel für die Vorbeugung einplanen, unter der Voraussetzung, dass die Betroffenen ihren Betrieb optimieren.“