A2012

In Flandern werden zu wenig neue Windkraftanlagen gebaut: Schuld sind auch Anwohnerproteste

Im vergangenen Jahr wurden in Flandern 25 neue Windkraftanlagen im Landesinnern gebaut.  Sie können nur 75 Megawatt (MW) erzeugen. Die niedrige Zahl wird auf Proteste von Anwohnern und lokalen Behörden sowie auf Produktionsschwierigkeiten zurückgeführt.

2015 und 2017 wurden in Flandern noch 85 und 80 neue Windturbinen gebaut, deutlich mehr. Bart Bode vom Flämischen Windenergieverband stellt fest, dass sich die Einspruchsverfahren bei der Planung immer länger hinziehen.  Gegen drei Viertel aller Projekte wird Einspruch eingelegt, und die Verfahren können bis zu zehnmal wieder aufgenommen werden.

Außerdem hatten mehrere Hersteller Lieferschwierigkeiten und einer musste Konkurs anmelden,  was zu Wartelisten für die Lieferung von Windkraftanlagen führte.

Die flämischen Windkraftanlagen - insgesamt etwa 550 - produzieren 1.300 MW Strom.  Dies entspricht der Leistung eines großen Kernkraftwerks.  Die Kernenergie wird jedoch rund um die Uhr erzeugt, während die Windenergie vom Wetter abhängig ist. Es hat zwanzig Jahre gedauert, alle 550 Windturbinen zu bauen.

Damit die flämischen Energie- und Klimaziele erreicht werden können, müssen in den nächsten zehn Jahren weitere 550 an Land gebaut werden, um die Kapazität auf 2.500 MW zu erhöhen.

Der Windenergieverband glaubt, dass dieses Ziel realisierbar ist.  Experten weisen auf die verfügbaren Flächen in den flämischen Häfen und entlang der Autobahnen, z.B. zwischen Jabbeke und Veurne in Westflandern, hin.

Die meisten Windkraftanlagen an Land befinden sich in Ostflandern und in der Provinz Antwerpen, da in Hafennähe viel Platz zur Verfügung steht.  Flämisch-Brabant hat die wenigsten Windturbinen, da sie eine Gefahr für die Flugzeuge auf dem Brüsseler Flughafen darstellen könnten.

Die zahlreichen Windkraftanlagen auf See fallen in die Zuständigkeit der belgischen Bundesregierung und tragen zur Erreichung der föderalen Energie- und Klimaziele bei.