Yorick Jansens

Neues Wachstum für den Hafen Antwerpen trotz US-Stahlsteuern

Der Hafen von Antwerpen wird voraussichtlich das siebte Jahr in Folge steigende Zahlen verzeichnen, dank eines Wachstums von 1,3 % im Jahr 2019, mit einem Gesamtumschlag von 238 Millionen Tonnen Ladung. Das hat das Unternehmen diesen Montag bei einer Pressekonferenz in Anwesenheit der Hafenrätin Annick De Ridder (N-VA) mitgeteilt. Der Transport von nicht containerisierten Gütern - mit Stahl als Hauptprodukt - ist jedoch aufgrund der von den USA erhobenen Importsteuern um 13 % zurückgegangen. 

Das Wachstum von 1,3 % ist zwar geringer als in den Vorjahren, aber es bleibt das siebte Jahr in Folge mit steigenden Zahlen für den Hafen Antwerpen. Bis 2018 verzeichnete die Hafengesellschaft ein Wachstum von 5,2 %, nach 4,4 % im Jahr 2017 und 2,7 % im Jahr 2016. Die Umschläge stiegen jedoch von 235,2 Millionen Tonnen im Jahr 2018 auf 238 Millionen Tonnen in diesem Jahr.

Der Zuwachs ist vor allem auf den Umschlag von Containern (+6,2 % in Anzahl Tonnen) und Trockenschüttgut (+3,4 %) zurückzuführen. Laut der Hafenrätin Annick De Ridder (Foto) ist der Containerverkehr "der Wachstumsmotor des Hafens". Einzelhandelsprodukte (-13%) und Flüssiggut (-4,4%) hatten dagegen ein schwieriges Jahr in Antwerpen.

"Die Zahlen sind umso besser angesichts der schwierigen geopolitischen Umstände", glaubt d Annick De Ridder und sie verweist insbesondere auf die "Zölle auf ausländischen Stahl, die vom US-Präsidenten Donald Trump eingeführt wurden, der bevorstehende Brexit und die Anti-Dumping-Richtlinie der Europäischen Union".

Die US-Importsteuern machen sich vor allem beim Transport von Stahl über den Hafen von Antwerpen bemerkbar. Das Segment der nicht im Container verschifften Güter, zu denen auch Stahl gehört, ging um 13% zurück.

Welche Zukunft für den ehemaligen Opel-Standort Antwerpen?

Der Hafen von Antwerpen will auch in Zukunft auf Wachstumskurs bleiben, "aber auch auf Nachhaltigkeit setzen", sagt Annick De Ridder. "Deshalb haben wir beschlossen, das Gelände des ehemaligen Opel-Werks" - entlang des Churchill-Docks – „für Unternehmen zu reservieren, die eine Vorreiterrolle beim Übergang zu einem kohlenstoffarmen Hafen spielen wollen".

"Dies ist das letzte große strategische Stück Land im Hafen, das wir haben. Es umfasst 88 Hektar. Wir haben lange darauf gewartet, dass sich ein großer Ansprechpartner meldet, während kleine Unternehmen schon länger sehr interessiert waren", so Stadträtin De Ridder.

Deshalb hat die Hafengesellschaft Verhandlungen mit fünf Unternehmen aufgenommen, um dem "Churchill-Standort" (Foto) Gestalt zu geben. Der Stadtrat spricht von "Hunderten von Arbeitsplätzen in der nachhaltigen Wirtschaft". "Darüber hinaus halten wir uns eine Reserve, die sich für einen größeren Partner in der Zukunft anbieten könnte".

GHA