Flämische Wissenschaftler finden einen Weg, um Mikroplastik leichter aufzuspüren

Wissenschaftlern der Universität Gent (UGent) und der Flämischen Einrichtung für Technologische Untersuchung (VITO) ist es gelungen, einen Weg zu finden, über den auch allerkleinste Teile Mikroplastik aufgespürt werden können. Diese Entwicklung muss zwar noch weiter fundiert werden, gilt aber als Durchbruch in der Erforschung der Auswirkung von mikroskopisch kleinen Plastikteilchen auf Gesundheit und Umwelt.

Mikroskopisch kleine Teilchen aus Kunststoff, das sogenannt Mikroplastik, kommen in fast allen Bereichen des täglichen Lebens vor und Rückstände davon sind so ziemlich überall zu entdecken, sogar im schmelzenden Eis am Nord- und am Südpol. Dies weist u.a. darauf hin, dass diese aus Plastikabfall entstehenden Kunststoffteilchen, die sich selbst im Laufe der Zeit zerkleinern, sich aber nicht auflösen, weite Wege im Wasser und in der Atmosphäre zurücklegen können. Das sorgt auch dafür, dass Mikroplastik eingeatmet wird und auch über Lebensmittel und Trinkwasser in den menschlichen Organismus gelangt.

Entsprechende wissenschaftliche Forschungen haben sich in der jüngeren Vergangenheit als sehr schwierig erwiesen, denn vor allem die allerkleinsten Teilchen sind nur äußerst schwer auszumachen. Doch jetzt ist es flämischen Wissenschaftlern gelungen, eine Methode zu entwickeln, um eben solche besonders kleinen Kunststoff- und Plastikteilchen besser aufspüren zu können (oder zu „monitoren“, wie sie es nennen).

Konkret wird hier die sogenannte „ICP-Massen-Spektrometrie“ (ICP-MS) angewandt. Diese Technik wird in erster Linie genutzt, um den Gehalt von Schwermetallen in den verschiedensten aus Metallschrott gewonnen Stahlsorten zu bestimmen. 

Unsere neue Methode ermöglicht es, z.B. in Wasserproben aus Flüssen die Menge an Mikroplastik bestimmen zu können. Diese Methode arbeitet zudem schnell. Innerhalb von nur einer Minute können wir bis zu 1.000 Teilchen aus dem Wasser filtern.“

Prof. Frank Vanhaecke, UGent

Den Wissenschaftlern ist darüber gelungen, auch die Charakteristik von kleinsten Mikroplastikteilchen bestimmen zu können, wo immer sie sich auch angesammelt haben.

Bisher, so Professor Frank Vanhaecke von der UGent, wird Mikroplastik mit einer Art Sieb aufgespürt, doch die allerkleinsten Teilchen, die kleiner als 1 bis 5 Mikrometer sind, können so durch das Raster fallen: „Unsere neue Methode ermöglicht es, z.B. in Wasserproben aus Flüssen die Menge an Mikroplastik bestimmen zu können. Diese Methode arbeitet zudem schnell. Innerhalb von nur einer Minute können wir bis zu 1.000 Teilchen aus dem Wasser filtern.“

Sein Kollege Kristof Tirez von VITO ergänzt: „Wir können nicht nur die Anzahl bestimmen, sondern auch die Größe und die Verbreitung.“ Noch muss diese Methode weiter entwickelt werden, um für den täglichen Gebrauch verwendet werden zu können, so die Wissenschaftler. Und doch könnte diese Vorgehensweise in naher Zukunft tiefer fundiert erfolgreich angewandt werden.