Die Luftqualität in Belgien hat sich 2019 verbessert

Die Luftqualität hat sich in diesem Jahr in Belgien verbessert. Das geht aus einer am Montag veröffentlichten vorläufigen Bewertung des Interregionalen Umweltreferats (IRCEL) hervor. In Bezug auf Feinstaub "sind die Jahresmittelwerte und die Anzahl der täglichen Überschreitungen erheblich zurückgegangen", stellt IRCEL fest. Darüber hinaus hat sich der allmähliche Rückgang der Stickstoffdioxid (NO2)-Konzentrationen fortgesetzt.

Die ersten Analysen für das Jahr 2019 wurden durchgeführt. IRCEL hat im vergangenen Jahr weniger Schadstoffe gemessen. Es handelt sich dabei um Feinstaub, Stickstoff und Ozon. "Die Abnahme ist eine gute Nachricht für unsere Gesundheit", sagt Frans Fierens von IRCEL, "denn diese drei Substanzen haben eine direkte Auswirkung".

Die Reduzierung der drei Schadstoffe "sehen wir in allen Bereichen", erklärt Fierens, "sowohl in der Industrie, die immer strengere Normen einhalten muss, als auch im Verkehr".

Der europäische Tagesgrenzwert für Feinstaub (PM10) wurde in Flandern und Brüssel im sechsten Jahr in Folge und in Wallonien im fünften Jahr in Folge eingehalten.

Dieser Grenzwert von 50 µg/m³ darf nicht länger als 35 Tage pro Jahr überschritten werden. Im Jahr 2019 blieb die Zahl der Überschreitungen in der Mehrzahl der Messstellen (56 von 76) gegenüber 2018 stabil oder ging zurück. Allerdings wurde an 18 Messstellen eine Zunahme der Überschreitungstage beobachtet.

Im Jahresdurchschnitt 2019 sind die Konzentrationen an den Stickstoffdioxid-Messstellen im Vergleich zum Vorjahr um 5-10% gesunken. Der europäische Jahresgrenzwert von 40 µg/m³ wurde an keiner Messstelle überschritten, die die in der EU-Richtlinie 2008/50 festgelegten Umsetzungskriterien erfüllt.

Dagegen wurde der Grenzwert in der Rue Belliardstraat und an der Kreuzung Arts-Loi/Kunstwet in Brüssel sowie entlang des Rings in Antwerpen, also an Orten, an denen diese Kriterien nicht erfüllt sind, überschritten. "Diese Messstellen sind repräsentativ für die Luftqualität ihrer unmittelbaren Umgebung, aber nicht für die Gesamtexposition der Bevölkerung von Brüssel oder Antwerpen, weshalb sie bei der Beurteilung der Luftqualität nicht berücksichtigt werden können", nuanciert IRCEL. Laut IRCEL könne der Rückgang der NO2-Konzentrationen mit der schnelleren Umstellung der Fahrzeugflotte von Diesel auf Benzin in Verbindung gebracht werden.

Schließlich gab es im Jahr 2019 neun "Ozontage" (10 im Jahr 2018), an denen an mindestens einer Messstelle in Belgien die europäische Informationsschwelle für Ozon von 180 µg/m³ überschritten wurde. Die Alarmschwelle von 240 µg/m³ wurde einmal, am 26. Juli, überschritten. Überschreitungen gab es im Juni (26. und 29.), Juli (23.-26.) und August (25.-27.). Der Sommer 2019 gehörte mit drei Hitzewellen zu den drei wärmsten und sonnigsten Sommern seit 1981. Dennoch seien weniger Ozontage beobachtet worden als angesichts der Wetterbedingungen erwartet, schließt IRCEL.

Luftqualität sagt nichts über das Klima aus

In Belgien steigt die Zahl der Autos immer noch und es werden sogar mehr Kilometer gefahren. In diesen Emissionen ist jedoch weniger Feinstaub enthalten. Deshalb ist es nicht unlogisch, dass sich die Luftqualität verbessert hat.

Das hat aber nichts mit dem Klimawandel zu tun. Die globale Erwärmung ist mit einer anderen Substanz in den Emissionen verbunden, nämlich mit CO2 oder Treibhausgasen. Die Emissionen in Belgien sind (leicht) rückläufig, steigen aber weltweit immer noch an.