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Mehrzahl der 120 Autos des EU-Parlaments pendelt ohne Fahrgast zwischen Brüssel und Straßburg

Ein Großteil der Flotte von rund 120 Autos, die für die monatliche Plenarsitzung des Europäischen Parlaments von Brüssel nach Straßburg unterwegs sind, legt die Strecke ohne Fahrgast ab. Das bestätigte eine Sprecherin des Parlaments gegenüber der deutschen Nachrichtenagentur dpa.

Die Mitglieder des Europäischen Parlaments (derzeit 751) kommen jeden Monat zu Plenarversammlungen in Straßburg zusammen. Dann ziehen sie also vom belgischen Brüssel nach Straßburg in Frankreich. Auch der Chauffeurdienst des Europaparlaments pendelt die 450 km. Die etwa 120 Autos werden nach Straßburg gefahren, damit die Abgeordneten vom Flughafen oder Bahnhof zum Parlamentsgebäude gebracht werden können.

Die meisten dieser 120 Autos, mit Ausnahme des Fahrers, bleiben während der Fahrt nach Straßburg völlig leer. Nur wenige der 751 Mitglieder des Europäischen Parlaments nutzten die Gelegenheit, mit ihnen nach Straßburg zu reisen. So hätten für die Novembersitzung nur 25 Parlamentarier vom Shuttle Gebrauch gemacht. Auch in den anderen Monaten sei die Auslastung der Wagen eher gering.

Die Sprecherin des Europäischen Parlaments verteidigt diese Praxis. Auf die Frage, warum das Europäische Parlament keine Autos in Straßburg stationiere, erklärte sie, dass die aktuelle Handhabung bereits „im Interesse einer wirtschaftlichen Haushaltsführung“ sei. Sie betonte auch, dass die meisten der Wagen Elektro- oder Hybridautos seien.

Der "monatliche Wanderzirkus" der Abgeordneten und ihrer Mitarbeiter zwischen Brüssel und Straßburg steht seit langem in der Kritik, weil er als teuer, zeitaufwendig und wenig umweltfreundlich gilt.

Seit Anfang der 1990er-Jahre ist offiziell festgeschrieben, dass die Plenartagungen in Straßburg stattfinden. Sitzungen etwa der Ausschüsse und Fraktionen sind in Brüssel. Das hatten die Regierungen der Mitgliedstaaten einst einstimmig so beschlossen. Im Jahr 1997 wurde diese Regelung vollständig in den EU-Vertrag aufgenommen.