Stephan Engler

Warnung vor Phishingmails der Post und mehr Cyberkriminalität in Belgien

Das Zentrum für Cybersicherheit der belgischen Bundesbehörden (CCB) empfing alleine am Montag rund 12.000 Meldungen über Betrugsversuche via Email. Die meisten dieser Meldungen betrafen Emails, die erscheinen ließen, als ob sie von der belgischen Post (Bpost) kommen würden. Darin wurde gefordert, nicht bezahlte Versandkosten bei Paketlieferungen zu begleichen. Im Allgemeinen ist die Zahl der Betrugsversuche über das Internet auch in Belgien weiter gestiegen.

Wohl viele Landsleute in Belgien haben in diesen Tagen offenbar eine Email erhalten, in der gefordert wird, 4,95 € unbezahlte Versandkosten an die belgische Post zu überweisen (Illustration unten). Andernfalls werde das betreffende Paket nicht ausgeliefert. Bpost gibt dazu an, niemals via Email Rechnungen zu verschicken, in der die Begleichung von Versandkosten gefordert wird. 

Deshalb gilt die Warnung, diese Beträge auf keinen Fall zu überweisen, denn die Emails kommen von Betrügern. Offenbar sind auch Kunden von Zalando in Belgien von solchen sogenannten „Phishingmails“ betroffen, so das belgische Zentrum für Cybersicherheit.

Bei der Post gingen die ersten Meldungen über derartige Mails vor rund zwei Wochen los, wie Bpost-Sprecherin Veerle Van Mierlo gegenüber VRT NWS nach einer Meldung unserer Kollegen vom Privatfernsehen VTM darüber berichtet hatten. Die Post-Sprecherin empfiehlt, im Zweifelsfall die Servicenummer 02 278 51 20 anzurufen.

(Lesen Sie bitte unter dem Foto weiter)

Steigende Zahlen bei Phishingmails und Internetkriminalität

Das Zentrum für Cybersicherheit in Belgien und die Cyber Security Coalition meldeten, dass die Zahl der Phishingmails in unserem Land zwischen Jahresanfang und Oktober schon bei rund einer Million lag. Nicht nur, dass mit solchen Mails gefakte Rechnungen verschickt werden. 

Oftmals installiert sich in den Computern der nichts vermutenden Opfer eine Software bei Öffnung solcher Mails, die den Cyberkriminellen nicht selten sensible Informationen liefert, wie z.B. Bankverbindungen oder Kontonummern.

Die Zahl der Cyberattacken, das sind Angriffe auf Smartphones oder Computer ist ebenfalls drastisch angestiegen und lag 2019 so hoch wie nie zuvor. Das Computer Emergency Response Team registrierte dieses Jahr etwa 4.500 Angriffe. Das ist fast dreimal so viel wie im vergangenen Jahr. Entsprechend stieg auch die Zahl der Anzeigen und Meldungen solcher Vorfälle.

Von solchen Angriffen wurden auch Unternehmen, Behörden oder Hochschulen und Universitäten getroffen, deren Systeme lahmgelegt wurden. Nicht selten ging es dabei um eine Art Geiselnahme der Daten, die erst gegen die Bezahlung eines „Lösegelds“ in virtueller Währung, wie Bitcoin wieder freigegeben wurde. 

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