Belgien entzieht wieder Syrienkämpfern die Staatsangehörigkeit

Der belgische Staat entzieht sechs weiteren Syrienkämpfern die Nationalität. Die Betroffenen gehören der in unserem Land verbotenen islamistischen Bewegung Sharia4Belgium an und sie wurden im Februar 2015 im großen Terroristenprozess von Antwerpen in Abwesenheit zu langen Haftstrafen verurteilt. Wo sich diese Personen heute aufhalten, ist nicht bekannt und auch nicht, ob sie überhaupt noch leben.

Insgesamt haben mit diesem Vorgang bereits 20 islamistische Extremisten und Terroristen, die sich in den vergangenen Jahren islamistischen Gruppierungen, wie Al Quaida oder IS angeschlossen hatten und nach Syrien oder in den Irak abgereist sind, um dort zu kämpfen, ihre belgische Staatsangehörigkeit verloren, wie die flämischen Tageszeitungen Het Laatste Nieuws und De Morgen melden. 

Die sechs jetzt betroffenen „foreign fighters“ müssen diesen Schritt über die Medien erfahren, so sie noch leben, denn ihre Spur hat sich in den letzten Jahren verlaufen. Alle hatten bisher sowohl die belgische, als auch die marokkanische Nationalität. Die belgische Justiz veröffentlichte diesen Schritt in Anzeigen in einigen Tageszeitungen und auch im gerade erschienen belgischen Staatsblatt.

Die Männer kommen fast alle aus der Antwerpener Region, wo sie auch zur Welt kamen - außer einer, der im marokkanischen Tanger geboren wurde und erst 2012 die belgische Staatsangehörigkeit zuerkannt bekam. Just im gleichen Jahr zog er in die Kriegsgebiete im Nahen Osten.

Offenbar sind drei dieser sechs Betroffenen ums Leben gekommen. Die belgische Justiz vermutet, dass es sich dabei um die Gebrüder El Morabit aus dem Antwerpener Distrikt Deurne handelt und um Ilyass Boughalab.

Das Belgien die Möglichkeit hat, Personen die hiesige Staatsangehörigkeit zu entziehen, ist keine Selbstverständlichkeit. Das gelingt nur, weil die bisher betroffenen Personen eine doppelte Staatsbürgerschaft haben. Internationales Recht verbietet es Ländern, Menschen durch Entzug der Nationalität staatenlos zu machen.