Die Provinz Ostflandern verkauft ihren Weinkeller, um mit dem Erlös Radwege anlegen zu können

Die Behörden der Provinz Ostflandern verkaufen ihren reichhaltigen Weinkeller und wollen die Einnahmen durch entsprechende Versteigerungen in Radwege investieren. Die ostflämische Weinsammlung ist reichhaltig gefüllt und umfasst Weine aus den 1970er Jahren bis etwa 2000. Eine solche Sammlung, nur um Gäste zu verköstigen, sei nicht mehr von dieser Zeit, so die Begründung für diesen Schritt.

Im Keller des Provinzgebäudes in der ostflämischen Metropole Gent schlummert ein Geheimnis. Hier lagert eine Weinsammlung, die einen Wert von mehreren tausend Euro hat. Doch jetzt soll diese Sammlung verkauft bzw. versteigert werden. Das damit eingenommene Geld soll für etwas nützlicheres und zeitgemäßeres verwendet werden, z.B. für das Anlegen von Radwegen.

Der ostflämische Provinzabgeordnete Kurt Moens (N-VA) sagte dazu gegenüber dem VRT-Sender Radio 2: „Diese Flaschen wurden mit dem Geld der Provinzen angeschafft. Die Tatsache, dass sie jetzt verkauft werden und dass das eine gute Investition ist, sorgt dafür, dass dieses Geld wieder zurückfließt und jetzt dahin geht, wo die Provinz für steht.“

Dazu gehört eben die Investierung in Radwege und in andere Bereiche, für die die Provinz Ostflandern zuständig ist. Die Weinsammlung scheint viel Wert zu sein, doch sie wurde eigentlich nicht angelegt, um damit Geld zu verdienen, so Moens: „Ziel war, damit Gäste adäquat empfangen und beköstigen zu können.“

Bereits im vergangenen Monat wurden mehrere Lose mit rund 950 Flaschen Wein versteigert, was seinerzeit rund 24.000 € eingebracht hat. Noch stehen weitere 1.700 Flaschen zum Verkauf. Pieter Fraeyman, ein führender flämischer Sommelier, ist der Ansicht, dass diese Weine von guter Qualität sind: „Man sieht, dass diese Flaschen mit hoher Sachkenntnis erworben wurden. Ich finde hier einige bekannte Namen. Das war eine gute Investition. Es ist schwierig zu sagen, was die hier noch vorhandenen Flaschen wert sein könnten. Ich tippe mal auf zwischen 6.000 und 7.000 €.“