Ein Imam aus Gent durfte die USA nicht überfliegen

Der international bekannte Imam Khalid Benhaddou (Foto) wollte vor einigen Tagen nach Mexiko fliegen, doch am Brussels Airport wurde ihm der Zustieg zu seiner Maschine verweigert. Beim einchecken wurde ihm mitgeteilt, dass die US-Behörden ihm den Überflug über die Vereinigten Staaten verweigern. Einen Grund dafür wurde dem als gemäßigt geltenden Imam nicht genannt.

Khalid Benhaddou, Imam der El Fath-Moschee in Gent, ist Koordinator des Bildungsnetzwerks für Islamfachleute - das ist die Plattform der Imame in Flandern und er ist Mitgebgründer des Kompetenzzentrums CIRRA, dass den Islam in der Gesellschaft analysiert. Der Imam verweigert sich in seiner Arbeit und seinen Tätigkeiten als moslemischer Gelehrter jeder Form des Extremismus in seiner Religion.

Aus diesem Grunde ist der international bekannt und er wurde bereits mehrmals ausgezeichnet. Unter anderem erhielt er 2017 den Preis für Menschenrechte und er wurde 2018 mit der Verdienstmedaille der Flämischen Gemeinschaft ausgezeichnet. Auch Belgiens König Philippe und mehrere belgische Parteien berufen sich auf Benhaddous Expertise.

Warum ihm die US-Behörden einen Flug über Nordamerika hinweg verweigerten, wurde ihm am Flughafen in Zaventem nicht mitgeteilt: „Ich hatte eine Reise nach Mexiko gebucht, doch als ich am Check-in meinen Ausweis vorlegte, bekam ich zu hören, dass mir mein Abflug vom Sicherheitsdienst der Vereinigten Staaten verweigert werde, weil ich über amerikanischen Boden fliegen sollte. Das ist natürlich ärgerlich, nicht nur, weil ich mein Geld los bin. Die Fluggesellschaft trifft ja keine Schuld.“ 

Völlig unverständlich“

Khalid Benhaddou ärgert sich vor allem deshalb, weil man ihm in Sachen Islamismus nichts vorwerfen könne: „Ich verausgabe mich im Kampf gegen Extremismus. Wenn ausgerechnet Leute, die sich für so etwas einsetzen, abgelehnt und erniedrigt werden, dann ist das ein schlechtes Signal. Das kann ein Grund dafür sein, dass andere, die diese Geschichte hören, noch misstrauischer gegenüber der Gesellschaft und ihren Einrichtungen werden.“

Dies sei aber bei weitem kein Einzelfall, so der islamische Geistliche. Er höre oft von solchen Vorfällen. Jetzt will Imam Benhaddou der amerikanischen Botschaft in Brüssel einen Brief schreiben und darin die Angelegenheit beschreiben. Er hofft, dieses Problem auch mithilfe der geschäftsführenden belgischen Bundesregierung diplomatisch lösen zu können.

Übrigens hatte Ronald J. Gidwitz, der US-Botschafter in Brüssel, Benhaddous Einrichtung CIRRA erst vor einigen Wochen noch besucht, um sich über die Arbeit dieser Organisation zu informieren. Auch aus diesem Grunde ist die Angelegenheit für den Genter Imam so unverständlich.