Der Streik bei der flämischen Verkehrsgesellschaft De Lijn geht weiter

Der Sozialkonflikt bei der flämischen Nahverkehrsgesellschaft De Lijn geht weiter, ist aber nicht überall deutlich spürbar. Allerdings fuhr am Freitagmorgen in der Provinz Antwerpen, wo sich die Aktionen derzeit konzentrieren, kein einziger Bus und keine einzige Tram aus (Foto oben am frühen Freitagmorgen im Antwerpener Stadtzentrum). Der Grund dafür sind streikende Mitarbeiter beim Dispatch in Antwerpen. Deshalb kann De Lijn die Sicherheit nicht garantieren und sorgt selbst dafür, dass die Fahrzeuge in den Depots bleiben.

„Der Dispatch hat die Funktion eines Verkehrsleiters. Er beobachtet alle Busse und Straßenbahnen, die unterwegs sind. Er hat auch den ersten Kontakt zu den Fahrern, wenn etwas nicht stimmt. Wenn aber niemand hier auf seinem Posten ist, ist es unverantwortlich, Busse und Bahnen ausfahren zu lassen.“, sagte Annelies Meynaerts von De Lijn am Freitagmorgen gegenüber VRT NWS.

Es kann allerdings sein, dass Busse von De Lijn in die Provinz Antwerpen hineinfahren, z.B. aus Richtung der benachbarten Provinzen Limburg oder Flämisch-Brabant. Hier werden die Fahrer vom Dispatch ihrer Dienststellen geleitet.

Bei De Lijn möchte man sich bei den Kunden und Fahrgästen für die so entstehenden Probleme entschuldigen und sucht nach Lösungen. Eigentlich soll der seit dem 30. Dezember laufende Streik bei der flämischen Nahverkehrsgesellschaft an diesem Freitag beendet werden. Der Konflikt aber ist weit davon entfernt, gelöst zu sein.

Bei De Lijn läuft nach Ansicht der Gewerkschaften so ziemlich alles falsch, was falsch laufen kann: Personalmangel, unregelmäßige Dienstpläne bei den Busfahrern und den Kontrolleuren, Urlaub und freie Tage, die nicht genommen werden können und dürfen, eine schlecht funktionierende Personalverwaltung, schlechte Planung der technischen Dienste…

Der Konflikt begann schon im November bei De Lijn in der Provinz Flämisch-Brabant, weitete sich aber nach und nach aus, wird allerdings in den Regionen unterschiedlich befolgt. Seit dem 30. September ist er wieder verstärkt zu spüren. Erschwerend zum Scheitern von Tarifverhandlungen und einer darauf folgenden Schlichtung kommt noch hinzu, dass sich die einzelnen Gewerkschaften nicht auf eine allgemeine Vorgehensweise einigen können (oder wollen).