Startschuss für den Winterschlussverkauf in Belgien

An diesem 3. Januar 2020 startet in Belgien der traditionelle Winterschlussverkauf. Mit hohen Rabatten will der Handel auch dieses Jahr wieder seine bisher nicht verkauften Lagerbestände loswerden. Doch auch dieses Jahr geht der Einzelhandel davon aus, dass der Umsatz im WSV zurückgehen wird. Daran hat wohl das bisher zu milde Herbstwetter seinen Anteil.

Laut einer Umfrage des Verbandes der selbständigen Modehändler in Flandern „Mode Unie“ und des Einzelhandelsverbands UNIZO könnte der Ausverkaufsumsatz gegenüber dem WSV Anfang 2019 um bis zu 2,4 % zurückgehen. Die meisten Einzelhändler im Bekleidungsbereich starten mit Rabatten um 30 % Ermäßigung. Im Laufe des WSV werden diese Nachlässe auf bis zu 70 % Rabatt ansteigen.

Was das Interesse am Winterschlussverkauf erfahrungsgemäß etwas dämpft, ist das milde Herbstwetter. So richtig haben die Verbraucher ein frostiges Winterwetter wohl noch nicht auf dem Schirm, wie der Handel bereits festgestellt hat.

Und doch halten weite Teile des Einzelhandels in Belgien strikt an festen Winter- und Sommerschlussverkäufen fest. Der WSV beginnt jedes Jahr am 3. Januar und endet jeweils am 31. Januar. Fällt der 3. Januar auf einen Sonntag, beginnt der WSV am Samstag davor, den 2. Januar. Im Sommer wird ähnlich verfahren: Fix ist der Start am 1. Juli (30. Juni, wenn der 1. Juli ein Sonntag ist) und Ende am 31. Juli.

Zuvor gibt es in beiden Fällen eine sogenannte „Sperrperiode“, in der Rabatte, die unter dem eigentlichen Wert der zu verkaufenden Artikel liegen, untersagt sind. Und doch gab es in den Tagen vor dem WSV-Start schon Schnäppchen. Manche Händler boten sogenannte „Koppelverkaufe“ nach dem Motto „ein Teil gekauft, das zweite gratis“ an.

Das ist zwar während der „Sperrperiode“ eigentlich untersagt, doch das für Kontrollen zuständige belgische Wirtschaftsministerium gab zu verstehen, nur dann einzuschreiten, wenn es Klagen gibt. Solche wurden aber offenbar nicht eingereicht. Und der Online-Handel gewährte bereits sehr früh hohe Nachlässe, was ebenfalls offiziell nicht geahndet wurde und was teilweise auch legal ist, weil es gesetzlich noch nicht präzise geregelt wurde.