Flanderns Arbeitgeberverband ruft die Politik zur Ordnung

Der flämische Arbeitgeberverband Voka ruft die Landesregierung dazu auf, eine vernünftige Politik zu führen, statt sich in internen Streitereien zu verzetteln. Doch auch die belgische Bundespolitik bekommt ihr Fett weg. Hier fordert Voka-Vorstand Wouter De Geest (Foto) ein Ende der „politischen Spielchen“ und die Bildung einer starken und vollwertigen Regierung mit entsprechendem Koalitionsabkommen.

„Voka erwartet, dass die flämische Regierung jetzt zur Tat schreitet. Dass aus ihr kein Streitkabinett wird, sondern eine tatkräftige Politik führt und darüber auch deutlich kommuniziert“, forderte Wouter De Geest, der Vorsitzende von Voka am Montagabend beim Neujahrsempfang seines Verbandes. Flandern müsse wirtschaftlich zu einer Spitzenregion auf europäischer Ebene werden, so De Geest eindringlich.

Der Arbeitgeberverband warf den Vertretern aus der Landesregierung, die bei diesem Neujahrsempfang im Saal saßen, vor, einen wichtigen Punkt nicht in ihr Koalitionsabkommen aufgenommen zu haben und zwar die Kilometermaut: „Wir müssen die Staus mit Investitionen und mit einer Kilometerabgabe bekämpfen!“

Wir müssen die Staus mit Investitionen und mit einer Kilometerabgabe bekämpfen!“ 

Voka-Vorstand Wouter De Geest

Voka-Vorstand De Geest ging auch mit der belgischen Bundespolitik hart ins Gericht und warf allen bisherigen Regierungsinformatoren vor, dass ihre Arbeit zu lange dauere und dass immer noch kein gut ausgearbeitetes Regierungsabkommen vorliege: „Leider wurden die vergangenen 7 Monate nicht dazu genutzt, gründliche vorbereitende Arbeit zu leisten, sondern sie wurde vielmehr zu allerlei Spielchen missbraucht, von denen niemand etwas hat. Liebe Politiker, ihr seid Meister im politisch-strategischen Spiel. Doch jetzt ist es an der Zeit, das politische Stratego-Spiel zu beenden und Brücken zu bauen.“

Liebe Politiker, jetzt ist es an der Zeit, das politische Stratego-Spiel zu beenden und Brücken zu bauen.“

Voka-Vorstand Wouter De Geest

Die 5 Jahre der Regierung Michel seien nicht so schlecht gewesen, so der Voka-Vorsitzende weiter, doch diese habe ihre Arbeit nicht beenden können. Doch man solle jetzt nicht die Uhren wieder zurückdrehen. Wouter De Geest warnte in seiner Ansprache auch vor zu hohen Mindestlöhnen, vor einem zu hohen Einkommensunterschied mit den Nachbarländern und vor steigenden Sozialbeiträgen durch die Arbeitgeber.

Für ihn und seinen Verband stelle die Unternehmenswelt auch in Flandern das wirtschaftliche Fundament der Gesellschaft dar: „Ohne Unternehmen keine Arbeit und ohne Arbeit keine soziale Sicherheit.“ 

Flanderns Wirtschafts- und Arbeitsministerin Hilde Crevits (CD&V), Voka-Vorsitzender Wouter De Geest und Ministerpräsident Jan Jambon (N-VA) AFP