Manöver: Wie können die US-Truppen den Staus in Antwerpen entgehen?

Die ständigen Verkehrsstaus rund um die flämische Hafenmetropole Antwerpen sorgen nicht nur ständig für Kopfschmerzen bei Politik und Wirtschaft, sondern auch bei der US-Armee. Ab Februar findet in Norddeutschland ein umfassendes europäisches Manöver der US-Truppen statt, das Manöver „Defender 2000“. Daran nehmen bis zu 20.000 Soldaten teil. Und die kommen mit ihren Fahrzeugen und ihrem Material im Hafen von Antwerpen an.

Die amerikanische Armee wird im Februar in Norddeutschland ihr Manöver „Defender 2000“ abhalten. Dort wird eine große Schlacht geübt, zu der die US-Truppen hinzustoßen sollen. Der Weg dorthin führt über Belgien und unter anderem über Antwerpen. Die Amerikaner sollen dabei auch über den Antwerpener Ring ziehen, doch die Staus dort könnten zu Verzögerungen führen, die ein „schnelles Vorrücken“ behindern würden.

Belgiens ehemaliger Verteidigungsminister Didier Reynders (MR) war vor seiner Amtsübernahme bei der EU-Kommission noch an den Planungen dieses Vorhabens beteiligt. Er sagte gegenüber der flämischen Tageszeitung Gazet Van Antwerpen: „Um einen Zeitverlust durch die strukturellen Verkehrsprobleme um Antwerpen herum zu vermeiden, versuchen wir die amerikanischen Militärkolonnen vor allem Nachts fahren zu lassen.“

Damit könnten sowohl die US-Truppen vom Stauproblem ferngehalten werden, als auch die täglichen Pendler und die vielen Lastwagen vor zusätzlichen Staus durch amerikanische Armeefahrzeuge bewahrt werden, heißt es weiter dazu.

Die amerikanischen Truppen werden übrigens von der belgischen Armee beim Transport und bei der logistischen Leitung der Panzer, aller anderer Fahrzeuge sowie bei der Beförderung von Waffen und anderer Ausrüstung unterstützt. Doch „aufgrund eines Mangels an Mitteln und Personal“ wird diese Unterstützung eher mager ausfallen, weshalb auch auf Privatunternehmen gesetzt wird.

Ziel von „Defender 2000“ ist, zu prüfen, wie schnell umfassende Einheiten der US-Armee im Kriegs- oder Angriffsfall in Europa sein können. US-General Sean Gernaby sagte dazu gegenüber der Fachzeitschrift „Defense News“, dass dies in höchstens 96 Stunden stattfinden müsse.