Umweltzone Antwerpen: Ehrenamtliche Ersthelfer und Ambulanzfahrer haken ab

Nach Angaben der Notrufzentrale von Antwerpen hängen viele ehrenamtliche Fahrer von Krankenwagen und Ersthelfer des Roten Kreuzes ab, weil sie Probleme haben, wenn sie in die Umweltzone der Hafenmetropole hineinfahren. Seit dem Jahreswechsel wurden die Bedingungen für Dieselfahrzeuge verschärft. Doch für die Krankenwagen liegt bisher keine Ausnahmeregelung vor und auch nicht für die Privatwagen der Betroffenen, mit denen sie zu ihrer Einsatzzentrale fahren müssen. Das bedeutet, dass sie Bußgeldbescheide bekommen. Damit ist für ein ehrenamtliches Engagement als Rot-Kreuz-Helfer ein enormes Hindernis aufgetaucht. 

Offenbar hängt etwa jeder fünfte ehrenamtliche Ambulanzfahrer in Antwerpen sein Engagement an den Nagel. Sie wollen nicht mehr in die Antwerpener Umweltzone hineinfahren, weil sie sonst am Steuer von ihren Autos, oft Wagen mit älteren Dieselmotoren, mit Bußgeldern rechnen müssen, die sie aus eigener Tasche begleichen sollen. „Ich will die Leute nicht im Stich lassen, doch es darf mich auch nicht mehr kosten, als es mir einbringt.“, sagte eine betroffene Ambulanzfahrerin am Montag gegenüber dem VRT-Regionalsender Radio 2/Antwerpen. Sie hoffe, dass die Stadt reagiere, denn „wir stehen als Ehrenamtliche schließlich im Dienst der Bevölkerung.“

Erwin Vandeneynde vom Ambulanzzentrum Antwerpen bestätigt sowohl die oben genannten Zahlen, als auch die Bemerkung der Ambulanzfahrerin: „Viele von ihnen haken ab, weil sie mit ihren schadstoffreichen Wagen noch nicht einmal mehr zum zentralen  Einsatzstandort gelangen. Sie erhalten lediglich eine Aufwandsentschädigung von 34 € pro Tag, doch ein Strafzettel kostet viel mehr und deshalb haben sie keine Lust mehr.“

Problem sichtbar, Lösung nicht...

Ehrenamtliche Ambulanzfahrer und Ersthelfer sind auf ihre Privatwagen angewiesen, um zu ihren Zentralen in der Antwerpener Innenstadt fahren zu können. Ihre Schichten dauern 12 Stunden. Deshalb müssen sie einiges transportieren, wie z.B. ihr Essen, ihre Einsatzkleidung und evtl. auch einen Schlafsack. All diese Sachen kann nicht jeder auf dem Rad oder in Bussen und Bahnen mitnehmen.

Viele der Betroffenen haben der Stadt Antwerpen und dem dortigen Bürgermeister Bart De Wever (N-VA) einen Brieg geschrieben, in dem sie individuell ihre Probleme schildern. Doch Umweltschöffe Tom Meeuws (SP.A) sieht keine direkte Lösung. Die Umweltzone verlange von jedem eine Anstrengung, sonst kann es nicht gelingen, hieraus Vorteile zu ziehen. Überdies sei das Thema Umweltzone und die Verschärfung davon seit Jahren bekannt…