Waren die Killer von Brabant doch "nur" eine kriminelle Bande?

Martine Michel, die Ermittlungsrichterin, die derzeit mit dem Fall der Killerbande von Brabant, die in den 1980er Jahren mit brutalen bewaffneten Überfällen eine wahre Blutspur durch Belgien zog, beauftragt ist, geht erneut der Frage nach, ob es sich hierbei doch eher um kriminelle Fakten handelt. In den vergangenen Jahren wurde auch schon von einem rechten Hintergrund ausgegangen, von Verschwörung und auch von Hintermännern aus Polizei oder Armee.

Die frankophone Tageszeitung Le Soir meldete, dass z.B. der langjährige Schwerverbrecher Leopold Van Esbroeck, ein Dauerverdächtiger in dieser Angelegenheit, zu einem DNA-Test vorgeladen wurde. Diese soll mit den Ergebnissen der Untersuchungen von DNA-Spuren verglichen werden, die auf einer zerrissenen schusssicheren Weste gefunden wurde, die Taucher aus einem Kanal in Ronquières in der Provinz Hennegau gefischt hatten (Foto oben).

Das eine entsprechende Hypothese ausgeschlossen werden könne, sagte Van Esbroeck in einem Gespräch mit Le Soir selbst: „Ich habe den Ermittlern selbst gesagt, dass das sinnlos ist, weil ich nichts mit den Morden zu tun habe. Bei den Verbrechen, die ich begangen habe, ist niemals Blut geflossen.“ Laut Le Soir soll im Zuge der weiteren Ermittlungen zur Killerbande von Brabant verstärkt nach Spuren und Indizien gesucht werden, die in Verbindung zur organisierten Kriminalität stehen könnten.

Die Killer von Brabant säten in den Jahren 1982, 1983 und 1985 mit einer ganzen Reihe von schweren gewalttätigen Einbrüchen, Überfällen und Morden Terror über das ganze Land. Dabei kamen 28 Menschen ums Leben und 40 weitere wurden zum Teil schwer verletzt.

Bis heute ist dieser Fall nicht aufgeklärt. Es gibt weder Hinweise auf die Täter an sich, noch auf eventuelle Hintermänner. Zwar sollen inzwischen verstorbene Personen behauptet haben, die seien Teil der Bande gewesen, darunter auch ein Ex-Polizist, doch dies konnten dahingehende Ermittlungen niemals bestätigen.