Belgien führte letztes Jahr zum ersten Mal wieder mehr Strom aus als ein

Die belgischen Elektrizitätsproduzenten haben im vergangenen Jahr zum ersten Mal seit 10 Jahren wieder mehr Strom exportiert, als sie einführen mussten. 2019 wurden 2 % der gesamten belgischen Stromproduktion ins Ausland ausgeführt. Dieser Wert steht in krassem Kontrast zu den Zahlen aus dem Jahr 2018.

Im Jahr 2018 musste Belgien zur Sicherung der Energieversorgung 20 % des dazu benötigten Stroms einführen. Dies lag auch daran, dass in diesem Jahr gleich mehrere Kernreaktoren gleichzeitig von Netz genommen werden mussten - entweder, weil routinemäßige Unterhalts- und Wartungsarbeiten anstanden, oder weil sie nach Pannen heruntergefahren werden mussten. Das betraf zeitweise sechs von insgesamt sieben Meilern.

Im vergangenen Jahr jedoch zeigte sich eine völlig andere Situation. Die meisten Kernreaktoren produzierten, die Windenergie lieferte mehr Strom als erwartet und nicht zuletzt haben die belgischen Haushalte 2019 deutlich weniger Strom verbraucht, als in den Jahren davor. Auch aus diesem Grunde konnten 2 % des gesamten produzierten Stroms exportiert werden, wie aus Zahlen des hiesigen Stromnetzbetreibers Elia deutlich wurde.

Im Allgemeinen wurde letztes Jahr der Anteil an nachhaltiger Energie aus Windkraft und Sonnenenergie um 17 % angehoben. Und auch die gesteigerte Produktion von Gaskraftwerken hatte einen Anteil an den positiven Exportzahlen. Die Gaskraftwerke von Vilvoorde bei Brüssel und Seraing bei Lüttich wurden letztes Jahr zum ersten Mal wieder in Betrieb genommen.

Alles in allem haben sich die Verbraucher, sowohl die im Privatbereich, als auch die im industriellen Bereich, als energiesparend erwiesen. Doch Elia warnt davor, dass sich dieser Trend auch wieder umkehren kann, denn die Elektromobilität wird wachsen und erfordert große Mengen an Strom…