Killer von Brabant: Staatsanwaltschaft fordert hunderte Personen dazu auf, eine DNA-Probe abzugeben

In die Ermittlungen im Fall der Killerbande von Brabant, die mit zahlreichen brutalen Überfällen in der ersten Hälfte der 1980er Jahre für Angst und Schrecken sorgte, kommt deutlich wieder Bewegung. Jetzt ordnete die Bundesstaatsanwaltschaft an, dass hunderte Frauen und Männer eine DNA-Probe abgeben müssen. Diese Art der Ermittlung sei sowohl wichtig, um einige Spuren auszuschließen, als auch um vielleicht neue Erkenntnisse zu gewinnen, hieß es dazu. 

Viele der jetzt dazu aufgerufenen Personen hatten bereits in der Vergangenheit DNA-Proben abgegeben, doch man wolle von besseren Bedingungen ausgehen, so Eric Van der Sypt von der Bundesstaatsanwaltschaft in Brüssel. Darunter sind auch einige bekannte Kriminelle, die von Anfang an unter Verdacht standen, zu dieser Bande zu gehören, darunter z.B.  Leopold Van Esbroeck und Philippe De Staerke. 

Man treffe wohl überlegte Entscheidungen, so Van der Sypt, der daran erinnert, dass die DNA-Tests freiwillig seien. Niemand werde dazu gezwungen, auch nicht die bisher unter Verdacht stehenden Personen. Allerdings könne die Justiz bei einer Verweigerung, wenn die Dringlichkeit vermutet, eine solche DNA-Abgabe auch erzwingen.

Bis zum Jahr 2025 müsse in den Ermittlungen ein Durchbruch erzielt werden, so die Bundesstaatsanwaltschaft, denn sonst verjähren die Fakten unerbittlich. Die Akte umfasst inzwischen mehrere Millionen Seiten. Die Ermittler verfügen aber auch über zwei genaue DNA-Profile. 

Die Ermittlungen im Fall der Bande von Brabant liegen nicht still. Im Gegenteil. Im Hintergrund werden Berge von Arbeit verrichtet.“

Eric Van der Sypt von der Bundesstaatsanwaltschaft

Eine davon stammt von einem Zigarettenstummel, die im Wagen eines ermordeten Taxifahrers entdeckt wurde und eine andere kommt von den Überresten einer schusssicheren Weste, die 1986 aus einem Kanal gefischt wurde (siehe nebenstehenden Beitrag). Eric Van der Sypt von der belgischen Bundesstaatsanwaltschaft sagte zur neuen Dynamik in diesem Fall: „Die Ermittlungen im Fall der Bande von Brabant liegen nicht still. Im Gegenteil. Im Hintergrund werden Berge von Arbeit verrichtet.“

Dazu gehören auch Untersuchungen einer Spur, nach der polizeiliche Ermittlungen im Jahr 1986 manipuliert waren. Dies betrifft konkret die Tauchgänge 1986 im Kanal bei Ronquières, bei der Waffen und eben auch die oben erwähnte schusssichere Weste entdeckt wurden.

Ziemlich genau ein Jahr zuvor wurde an der gleichen Stelle ebenfalls getaucht und nichts gefunden. Und die Waffen, die dabei gefunden wurden, konnten auf keinen Fall lange dort im Wasser gelegen haben… Noch heute vermuten Polizei und Justiz, dass damals ein Informant im Spiel war, der irgendwie mitgeteilt hatte, dass dort rund ein Jahr nach der ersten Suche Dinge ins Wasser geworfen wurden.