Doppelte Staatsbürgerschaft sollte immer eine freie Wahl sein

Belgier sollten laut Nahima Lanjri (CD&V) auf ihre doppelte Staatsbürgerschaft verzichten dürfen. Die belgische Regierung müsse mit Ländern wie der Türkei und Marokko Gespräche führen, zitiert die Zeitung De Morgen Lanjri.

Viele Belgier türkischer, marokkanischer oder griechischer Herkunft haben eine doppelte Staatsbürgerschaft. Obwohl sie in Belgien geboren sind, behalten sie auch die Staatsangehörigkeit des Landes ihrer Eltern oder Großeltern. Hinzu kommt: Sie können gar nicht darauf verzichten, selbst wenn sie es wollten. Das hat eine Reihe von Nachteilen. So wird beispielsweise von jungen belgisch-türkischen Männern erwartet, dass sie ihren Militärdienst in der türkischen Armee leisten. Es gibt auch Fälle, in denen Menschen in Schwierigkeiten geraten, wenn sie in ihr Heimatland zurückreisen. Seit August 2018 seien laut dem Auswärtigen Amt 12 Fälle bekannt, in denen Belgier mit doppelter Staatsbürgerschaft die Türkei nicht verlassen durften (oder nicht haben verlassen dürfen).

Für die CD&V-Kammerabgeordnete Lanjri sollte die doppelte Staatsbürgerschaft immer eine freie Wahl sein, so die Abgeordnete in ihrer am Donnerstag vorgelegten Entschließung. Ein Belgier, der z.B. in Kanada leben will, könne selbst entscheiden, ob er Belgier bleibt, die doppelte Staatsbürgerschaft annimmt oder ob er rein Kanadier wird.

Die Abgeordnete plädiert dafür, dass die belgische Regierung mit Ländern wie der Türkei, Griechenland und Marokko verhandeln sollte, damit diese automatische Einbürgerung eingestellt werden könne. Die Frage ist, ob jemand wie der türkische Präsident Erdogan dazu bereit wäre. Er hat eine große Anhängerschaft in der türkischen Diaspora, die treu für ihn stimmt. Der Entschließungsantrag Lanjri wird jetzt im Ausschuss für Auswärtige Angelegenheiten erörtert.