Premiere in Lokeren: Erstmals neuer belgischer Personalausweis mit Fingerabdrücken

In der flämischen Kleinstadt Lokeren (Provinz Antwerpen) werden ab nächster Woche die ersten neuen elektronischen Personalausweise ausgestellt. Auf dem dazugehörigen Chip werden neben einem Foto erstmals auch Fingerabdrücke gespeichert. 

Hierbei handelt es sich um einen Systemtest, der später auf 14 weitere Gemeinden ausgeweitet wird. Ab dem kommenden Sommer sollen alle belgischen Städte und Kommunen den neuen Ausweis ausgeben.

Auf dem neuen Personalausweis sind auch die Fingerabdrücke des Inhabers gespeichert. Betroffen sind auch alle Jugendliche, die einige Monate vor ihrem zwölften Geburtstag eine Einladung der Stadtverwaltung für ihren ersten Personalausweises erhalten. Sie müssen künftig beim Erstellen des Ausweises beide Zeigefinger auf einen Scanner legen. Dieser Scan wird das Standardverfahren für alle Ausweise, also auch für Erwachsene, die einen neuen Personalausweis beantragen müssen. Belgische Ausweise laufen alle zehn Jahre ab.

Wie steht es um den Datenschutz?

Gegen die Fingerabdrücke auf dem Chip der Personalausweise wurde schon prozessiert. Der Grund: Bevor die Fingerabdrücke auf dem Chip landen, werden sie in einer zentralen Datenbank zwischengespeichert. Lange war nicht klar, dass auch Minderjährige ihre Fingerabdrücke abgeben müssen. Am 20. Dezember erschien nun der königliche Erlass, der das gesamte Verfahren festlegt.

Sobald der Personalausweis ausgehändigt wurde, müssen demnach die Fingerabdrücke in der zentralen Datenbank gelöscht werden. Sie sollen dann nur noch auf dem Chip des Personalausweises  zu finden sein. Die Fingerabdrücke sind also nicht auf dem Personalausweis sichtbar.

Mit dem Personalausweise mit Fingerabdruck soll Identitätsdiebstahl und Terrorismus verhindert werden. Bislang verfügen die Sicherheitsbehörden nur über das Foto auf dem Personalausweis, mit dem bei einer Kontrolle überprüft werden kann, ob die Person auch die Person ist, die sie vorgibt zu sein.

Kritiker halten dies für überzogen, vor allem weil auch Minderjährige von der Maßnahme betroffen sind.